i 62 Der Vertrag dor Potsdam.
ein, ihren Patriotismus beugendes Schauspiel zu ge-ben , sogar Invaliden und Kranke aus den Spitälernals Trophäen herumgeschleppt wurden. Die Bürgerüberhäuften sie mit liebender Sorgfalt und freygebi-ger Spende. — Am 2g. und 3o. Dec. trafen von Ber-lin, der preußische Minister Graf Haugwitz , der Na-poleon in Brunn gesprochen und aus Ollmütz vom Kai-ser Franz die Grafen Stadion und Giulay, i» Wien ein.
Jetzt, im Laufe der dritten Coalition, be-gann der Vordermann der unvergeßlichen Staatsmän-ner der acht Jahre später glorreich obsiegenden fü n f-ten, der Graf Clemens Met lern ich, seine großeWirksamkeit, damit, nach der Rivalität eines halbenJahrhunderts, Österreich und Preußen für dieWeltbefreyung enge zu verbünden. Am 5. Nov. i8o5war mir dem Grafen Hardenberg der Vertrag zuPotsdam unterfertiget worden, worin Österreich,Rußland und Preußen, alle ihre Kräfte zur Wieder-herstellung des Lüneviller Friedens verbanden undPreußen für den Fall, daß seine Vermittlung ausge-schlagen würde, Napoleon den Handschuh des Kampfeshinwarf. Zu böser Vorbedeutung aber war der Bö-the dieser Vermittlung , der Graf Haugwitz, dessencynische Politik, beym allgemeinen Unheil im Trü-ben zu sischen, auch dieß Mahl Napoleon jede Verle-genheit darüber benahm, daß kraft des Traktates vonPotsdam, die preußischen Heere mit den Sachsenund Hessen vereinigt, sich bereits in seine Flanke undRücken zogen. — Mit der Langsamkeit eines Ster-benden kam Haugwitz endlich in Wien an, um Alleseher bekümmert, als um die Grafen Stadion und