n6 D i e Schlacht von Austerliv.
der Dinge, bey der langersehnten glücklichen Umstim-mung Preußens durch den Grafen Metlernich, bey dentäglich anwachsenden Streitkräfcen der Verbündetenim nördlichen Deutschland, war wohl unstreitig Zeit-gewinn der größte Gewinn, so schwer auch immerhinder Druck der feindlichen Heere auf den von ihnen ero-berten Ländern lasten mochte. Das starke Corps des rus-sischen Generals Essen war bereits so nahe, daß es sicham Tage der Schlacht von Austerlitz, nur mehr einenMarsch vom Wahlplatze, bey Kremsier und Prerau be-fand. Aber die von allen Seiten erschallende Klage überMangel an Lebensrnitteln gab den Ausschlag für un-verzügliche Schlacht, die demnach (2. Dec. iöo 5 ),dem Jahrestage der Krönung , bey A u st e r l i tz, amGrabe Kaunitzcns geliefert wurde und trotz der au-ßerordentlichen Tapferkeit der Österreicher und Russenmit einem vollkommenen Siege Napoleons endigte.— Noch in derselben Nacht kam der Fürst JohannLiechtenstein an die französischen Vorposten, einenWaffenstillstand zu begehren, welchen Napo-leon auch in Folge der llnrerredung zugestand, die eram 4. Dec. Nachmittags mit dem Kaiser Franz au-ßer dem Dörfchen Nasedlowitz, bey einer Mühle, un-fern der Landstraße, unter freyem Himmel hatte. —Am Tage des Waffenstillstandes hatte der ErzherzogFerdinand bey Jglau über Wrede gesiegt und die Pa-trouillen des Erzherzogs Carl streiften von Körmendüber Wimpassing, zwey Marsche von Wien und be-setzten Wienerisch - Neustadt.
Die Franzosen waren zu jener Schlacht alle ausWien abgezogen und Holländer bildeten die Garni-