Band 
Fünfter Band.
Seite
45
JPEG-Download
 

Des Feindes Walte» in Wien. 45

erschütrert und unschlüssig war er nach der Schlachtvon Aspern. Unter andern verbürgen dieses dieMannszucht, inderer seine ausgelassenen Truppen zuHairen bemüht war, die Mäßigung der Quartiers-undVerpflegungsansprüche gegenüber dessen , was in Ber-lin, was in Madrit, ja selbst in den Hauptstädtender rheinischen Bundesfreunde geschehen war. Trotzdessen, ja trotz der eignen großen Furcht vor demVolke, war der Excessen kein Ende. Viele wackereMitglieder der Bürgermiliz, die entweder nächtlichePatrouillen machten, oder Transporte von Lebcns-mitteln begleiteten, wurden erschossen oder schwer ver-wundet. Wegen der zahlreich verheimlichten Kriegs-gefangenen geschahen strenge Haussuchungen. EineTänzerin im Kärnthnerthore, zu verein französischerOfficier durchaus aufs Theater hinauf wollte, wasverbothen war, und von den Bürgergrenadieren,kraft des ihnen ertheilten Befehls abgewiesen wur-de , hatte bald einen fürchterlichen Auftritt veranlaßt.Der tolle Lärmer berief durch seine Gesellen die näch-ste französiche Wache, diese schlug sich auf die Seitedes Beleidigers und entwaffnete die Bürger. Dasschnell zusammengelaufene Volk übermannte hinwie-der die Franzosen und nur die eben so bescheidene alsnachdrückliche Einmischung der Bürgercavallerie verhü-thete unabsehbare Thätlichkeiten.

Außer den Linien wurden alle Felder mit denschönsten Früchten zu Pferdefutter abgemäht. — DieFranzosen, die doch ihr Brot und Fleisch aus denMagazinen bezogen, stellte» sich auch wieder zahlreich