5)2 D i e zweyte M a r ch f e l d s s ch l a ch t
Auch noch am 6. mißlangen mehrere Angriffe aufden Mittelpunct der Österreicher, und es waren Au-genblicke , in denen Napoleon selbst die Schlachtverloren glaubte und sich hierüber, zwischen Trom-meln sitzend, gegen den gefangenen Obersten Sarda-gna sehr barsch äußerte. Mit klopfendem Herzen sa-hen die Wiener von ihren Thürmen, von den Ba-steyen , von den Hohen des Belvederc, die glücklichenErfolge des rechten Flügels, aber mit nahmenlosemSchmerz, wie die Umgehung des, vom Fürsten Ro-senberg befehligten linken Flügels, der auf dem Thurmund auf den Hohen von Markgrafneusiedel Wunderder Lapferkeir gethan, Nachmittags den Verlust dieserHauptschlacht entschied.
Die österreichische Hauptmacht von Ungarn undMahren abgedrängt, schlug die böhmische Straße einund zog über Stockerau und Hollabrunn gegen Znaim,Fürst Rosenberg nach Brunn und Ollmütz. Der Feindgedachte jener auf der Rückzugslinie nach Znaim zu-vorzukommen und sie mit dem Verlust des Geschützesund Gepäckes in die Defileen der Taja zu werfen. —Aber ungebeugt von dem Unglück der zweytagigen Rie-senschlacht, ungebeugt von den Müheseligkeiten undGefahren eines unter neunrägigem, ununterbrochenemTreffen ausgeführten Rückzuges, im Besitze mehre-rer Trophäen als der Uberwinder, vereitelten dieÖsterreicher durch Wunder der Tapferkeit jenen Streichdes Verderbens und vollbrachten sogar ihren Flußüber-gang im Angesicht einer siegreichen klbermacht ohne