Der B e f r e yu n gs k r i e g. 75
spielloseii Kampfe zu Unternehmungen, zu Künstenund zu Genüssen einflößen, die sonst nur ei» langerFriede vergönnt?
Doch auch dieser Friede, auf den die Welt sogroße und und so zuversichtliche Hoffnungen gesetzt,war von kurzer Dauer. Spaniens Lage schien auf alle»Puncten verschlimmert und der Widerstand nur mehrauf eine einzige Stadt, auf Cadix beschränkt; >a Mas-sena drang bis auf wenigeStunde» vor Lissabon. —Derheilige Vater schmachtete fortan in dürftiger Gefangen-schaft, zwey Bruder, Ludwig und Lucian mußtenvor Napoleon flüchten, Holland und Wallis wurdeneinverleibt, Tyrol zwischen Bayern, Italien und Illy-rie» in drey Theile zerrissen, ein GroßherzogrhumFrankfurt für den Vicekönig Eugen gegründet, einansehnlicher Theil Norddeurschlands bis über die Elbe,'darunter die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bre-men mir dem französischen Reiche vereinigt, Preußenvöllig umzingelt, durchschnitten, keiner freyen Bewe-gung mehr mächtig und Rußland hierdurch, durch dasimmerfort gahrende Warschau und durch den offensi-ven Waffenplatz Danzig, längst seiner ganzen West-gränze bedroht. Durch Napoleons berüchtigte Dekre-te von Paris, Mayland und Fontaineblau, durch sei-nen Tariff von Trianon, durch seine Continentalsper-re sollte der Seefrieden erzwungen werden; aber wä-re dies Vorhaben nicht gar zu unnatürlich gewesen,um zu gelingen, so mußte es das Festland auf lan-ge Zeit hinaus entkräften, entinuthigen und verwil-dern! — Der russische Krieg brach aus.— Seit 1Ö10