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Frauen das akademische Bürgerrecht gewähren und gleichwohl denAnspruch auf eine auch für sie geeignete Einrichtung des akademischenUnterrichts versagen. Der Docent wird sich nicht begnügen können,mit der Anrede „meine Damen und Herrn" zu beginnen, sondernauch bei seiner Lehrweise der weiblichen Geistcsart eingedenk sein müssen. Würde doch mit Fug der Vortragendegetadelt werden, der in einem öffentlichen Bortrage, zu dem Ein-trittskarten an Damen und Herrn auszugeben sind, nur für Herrenspräche. Nun null man ja freilich eine gleiche Vorbildung derweiblichen wie der männlichen Studenten vorschreiben. Dochwird niemand im Ernste glauben, das; die innere Ver-schiedenheit der geistigen Disposition beider Geschlechterkünftig wegfallen wird. Zumal man ja doch vorläufig beiuns keine gemischten Schulen plant. Die gemischte Universitätwird also, um allen ihren Zöglingen gerecht zu werden, zwar nachMöglichkeit ihre bisherige Methode festhalten, zugleich aber sichdem weiblichen Ingenium anpassen müssen. Sie wird unwillkürlichauf eine mittlere Linie binabgleiten. Es wird etwas Halbes heraus-kommen. DaS schwere Mistzeug der strengen Wissenschaft wirdmehr und mehr auS dem Unterrichte verwiesen, der schöne Scheinbevorzugt, die Denkarbeit verflacht werden. Das wäre dann nichtmehr die alte deutsche Universität, nicht mehr die hohe Schulemännlicher Geisteskraft, nicht mehr die wehrhafte Kämpfenn, dieden geistigen Primat unserer Nation erstreiten half.
Einer solchen Gefahr, mag sie auch erst in noch so weiterFerne drohen, darf meines Trachtens die deutsche Universität nichtausgesetzt werden. Für Experimente ist sie nicht da. Ist einFrauenstudinm notwendig, so mögen öafür besondereAnstalten errichtet werden. Gegen eigene Hochschulen fürdie fachmäßige Ausbildung von Frauen- und Kinder-ärztinnen oder für die gründlichere Vorbildung vonLehrerinnen, ist vvm Standpunkte der Universität nichtseinzuwenden.
Die Frage des Frauenstndinms ist ja aber keine bloßeUniversitätsfrage. Sie ist vor allem eine Frage der öffent-lichen Bernfsordnnng. Denn es wäre doch schlechthin sinn-und zwecklos, an die Stelle der Berstattung einzelner Frauen zum