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Die akademische Frau : Gutachten hervorragender Universitätsprofessoren, Frauenlehrer und Schriftsteller über die Befähigung der Frau zum wissenschaftlichen Studium und Berufe / hrsg. von Arthur Kirchhoff
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Hören von Vorlesungen die Erweiterung des akademischen Bürger-rechts auf das weibliche Geschlecht zu setzen, falls nicht zugleichden Frauen der Zutritt zu dem durch das Universitätsstndiumbedingten Staatsprüfungen und zu den davon abhängigenBernssartcn erschlossen wird. Und hier,ist der Punkt, wo dierein individualistische Betrachtungsweise und das auf das Lebendes Ganzen gerichtete Denken, in den schärfsten Widerstreit geraten.

Gewiß ist eine Ausdehnung des Kreises der Berufsarten, indenen die Tochter der gebildeten Klassen Ersatz für den so vielenvon ihnen versagten häuslichen Beruf und damit Daseinsbefriedignngund selbständigen Erwerb finden können, an sich wünschenswert.Allein, wenn nicht das Heilmittel schlimmere Übel zeitigen soll, alses beseitigen will, darf niemals die grundsätzliche Differen-zierung der männlichen und der weiblichen Bernfsartenpreisgegeben werden. Das Gemeinwesen ist kein Sandhaufen,sondern ein Organismus. Geschlechtslose Individuen bilden keinBolk. Die Grundeinheit des socialen Körpers ist die Familie.Bon der Gesundheit und Kraft der Familie hängt zuletzt dasnationale Schicksal ab. Keine Spitzfindigkeit vermag der BinsenWahrheit etwas abzubrechen, daß normalerweise der Beruf der Frauim Familienleben beschlossen, der Beruf des Mannes im öffentlichenLeben gelegen ist. Als Gattin und Mutter und, soweit sie dazunoch nicht berufen ist oder niemals berufen wird, in vielseitigerergänzender Thätigkeit für das Hauswesen, für die Verschönerungdes Lebens und die Linderung seiner Not, für geistige und leiblichePflege erfüllt die Frau ihren hohen, heiligen Beruf, ihre eigentlichenationale Aufgabe. Alle sozialen Bestrebungen, die sich denFrauen der unteren Gescllschaftsschichten zuwenden, verfolgen dasZiel, der drohenden Auflösung des Hauses zu wehren, die Frauder Familie zu erchalten oder zurück zu gewinnen, die Gefahreneines wirtschaftlichen Prozesses zu mildern, der das Weib in denStrudel des Erwerbslebens hineinreißt und dem Manne im Wett-bewerbe gleichstellt. Sollte cS weise sein, für die höheren Stündedem entgegengesetzten Ziele nachzujagen? Man erwäge nur dieFolgen! Es handelt sich nicht bloß darum, daß die Frauen, dieeinen männlichen Beruf ergreifen, ihrer natürlichen Aufgabe ganzoder teilweise entfremdet werden. Vielmehr verdrängt jede solche