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Die akademische Frau : Gutachten hervorragender Universitätsprofessoren, Frauenlehrer und Schriftsteller über die Befähigung der Frau zum wissenschaftlichen Studium und Berufe / hrsg. von Arthur Kirchhoff
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w Anatomie

Pros. Dr. iii«l. Karl von Vardeleben

an der Universität

Iena.

Man kann die Frage des Frauenstudiums in die zwei Fragenzerlegen:ist die Fran znm Studium befähigt?" undistdas Frauenstndium berechtigt?" Erstere muß vorn besonderen,letztere vom allgemeinen Standpunkt aus beantwortet werden.

Was die Befähigung der Frau betrifft, so müssen wir hierdie körperliche und die geistige Befähigung unterscheiden. MeinesErachtens reichen die Körperkräfte der Frau im allgemeinen (Durch-chuitt) für ein wirkliches ernstes Studium nicht aus, vielleicht fürPhilosophie, Theologie, Geschichte, Pädagogik, Mathematik abernicht für Naturwissenschaften und am wenigsten für Medizin.Theologie und Jurisprudenz werden ja wohl auch von den eifrigstenVorkämpfern des Frauenstudiums einstweilen noch nicht beansprucht.

Schon bei dem heutigen weiblichen Unterricht in den höherenTöchterschulen wird zu viel gesessen, meist schief und krumm gesessen

so daß schädliche Einwirkungen auf die Wirbelsäule undden Brustkorb, auch das Becken, ferner auf die Zirkulations-orgaue und vor allem die Uuterleibsorgane als etwas All-tägliches vorkomme». Wie würde das bei ernstem Studium aufdem Mädchen-Gymnasium und der Universität erst werden!

Störend auf das Studium muß dann natürlichwirken die Menstruation mit ihren Begleiterscheinungen,zumal in der Pubertät. Für die Ausübung des Berufeskommt die geringere Kraft des Weibes, das schwächereSkelett, die schwächeren Muskeln, das weniger leistungs-fähige Herz und Gefäßsystem noch weit mehr zur Geltung,

dazu die Menstruation, eventuell die Gravidität und dasPuerperium, Klimacterion, Nervosität, Hysterie rc.

Kirchhosf, Akad. Frau. 4