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Auf die Differenzen der Geschlechter beziv. des absoluten undrelativen Gehirngewichts (Verhältnis zum Körpergewicht) lege ichkeinen Wert. Wir können die Zentren, auf welche es beim Studiumankommt, nicht isoliert herausnehmen und abwägen.
Daß die Begabung des Weibes für das Studium aber in,Durchschnitt eine geringere ist, als die der Männer, ist wohlallgemein anerkannt.
Selbstverständlich giebt es Ausnahmen auf beiden Seiten— und daß da viele besser begabte Frauen einer großen Masseunbegabter oder müßig begabter Männer gegenüberstehen, gebe ichgern zu. Nur darf man daraus nicht schließen, daß nun alle be-gabteren Frauen studieren sollen, — sondern umgekehrt sollte mandie betreffenden Männer von, Studium fernhalte» oder in denPrüfungen ernsthaft durchsieben, nicht, wie jetzt allgemeiner Gebrauch,schließlich auch die Unbegabten und Unwissenden mit Hängen undWürgen durchkommen lassen. Es ist ja doch nur außerordentlichselten die Frage: wird er bestehen oder nicht, — sondern: wird ergleich bei», ersten oder erst bei», zweiten oder dritte» Male durch dasExamen kommen? (Die ärztlichen Vorprüfungen können ja leidersogar unendlich oft wiederholt werden!)
Also, um kurz zusammen zu fassen: nur ein kleiner Bruch-teil von Frauen erscheint körperlich und geistig zumStudium philosophischer Fächer — nur Ausnahmen fürdas der Medizin geeignet. „Es wird überhaupt zu vielstudiert!" Damit haben wir aber eigentlich dicAntwort auf diezweitcallgemeine Frage: „Ist das Frauenstudinm berechtigt?" gegeben.
Auf die moralischen Gesichtspunkte will ich nur kurz hin-weisen. Frau I)r. inscl. Adams (Deutsche med. Wochenschrift, 1896,Nr. 2) hat schon mit Recht gesagt: „wenn behauptet wird, dieFrauen sollten oder wollten nur Frauen konsultieren, so ist daseine Beleidigung der Ärzte, den Thatsachen und dem gesundenMenschenverstände ein Schlag ins Gesicht." —
Wird das Studium auf die betreffenden Frauen oder auf diemit denselben studierenden Männern unmoralisch einwirken? 6bi lo sa?
Unbedenklich scheint mir letzteres jedenfalls nicht, deshalbmüßte hier eventuell durch Trennung der Geschlechter vor-gebeugt werden.