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Die akademische Frau : Gutachten hervorragender Universitätsprofessoren, Frauenlehrer und Schriftsteller über die Befähigung der Frau zum wissenschaftlichen Studium und Berufe / hrsg. von Arthur Kirchhoff
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Es erscheint mir datier, selbst wenn sonst gar nichts dagegeneinzuwenden wäre, gewagt, und gerade auch im Interesse derWeiblichkeit gewagt, einfach die Frauen znm Studium der Medizinan unseren Universitäten zuzulassen.

- Der Schluß, der aus allen diesen Erörterungen sich ergiebt,ist also der, daß die geistige Begabung der Frauen an sichkein Hindernis für das Studium der Medizin bildet, daßaber Frauen für die Ausübung der Heilkunst ungeeigneterscheinen, daß gar kein Bedürfnis nach weiblichen Ärztenvorliegt und daß unter allen Umständen im Interesse derFrauen selbst vor einer allgemeinen Zulassung vvn Frauenzum Studium der Medizin an unseren Universitätengewarnt werden muß.

Damit soll aber nicht gesagt sein, daß ein für allemal dieZulassung der Frauen znm medizinischen Studium versagt werdensolle. Es erscheint mir in, Gegenteil, wie schon vorher erwähntwurde, ganz wünschenswert, daß über die Leistungsfähigkeit desweiblichen Geschlechts in Bezug auf Studium und Praxis derMedizin noch weitere Erfahrungen gesammelt werden. Ich wünschtealso, daß, wie es bereits in der letzten Zeit wiederholt geschehenist, geeignet vorgebildeten Damen der Zutritt zu akademischen Bor-lesungen rc. als außerordentlichen Teilnehmerinnen gestattetwerde; doch müßte dabei jeder einzelne Fall besonders geprüft und esdürfte nur von Fall zu Fall entschieden werden. Die letzte Ent-scheidung aber, ob er eine solche Dame zu seinen Vorlesungen ?c.zulassen wolle, müßte jedem einzelnen Universitätslehrervorbehalten bleiben.

Es würden auch dann ja wohl solche Damen, welche denunbezähmbaren Drang in sich fühlen, Medizin zu studieren, undwelche sich über alle Schranken hinwegsetzen wollen, zu ihren, Zielegelangen können und wenn sich dann durch die Erfahrung ergebensollte, daß die Leistungen solcher Ärztinnen auch in der Praxisvollauf befriedigen, dann mag man immerhin die Frage von neuemzur Erwägung stellen, ob die Zulassung von Frauen zu medizinischenStudien anderweitig zu regeln sei.