6 Von den Erztgebirgen, Bergweſen,
vollkommenes Gebaͤude der metalliſchen Betrachtung,ohne allen Anſtoß, darauf auffuͤhren moͤgen.
Erfahrung und Beweis.
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Daß wir die wirkende Natur in dem metalliſchenWachsthume der Erde, unter Hitze und Käite, ſehen undſinden, und daraus dasjenige Feuer, welches die Natur bey derGeneration und Coagalation der metalliſchen Erzte gebrau-chet, erkennen mogen, giebt uns cuf den Berowerken die etefahrung auf zweyerley Art und Weiſe. Die Hitze, welchefib bey den metalliſchen Erzten gar ofters offenbaret, ge«ſchir ht zwar nicht beſtandig ſichtbarer, ſondern nur zufaͤlligerWeiſe, wenn die Entzündung deſſen zu ſtark erreget worden,daß die ſonſt ruhenden oder ſchlafenden coagulirten minerali«ſchen Geiſter des Schwefels, Mercurii unb Arſeniks. dadurchin eine Sublimation und Aufſteigung gerathen, wie ſonſtbey uns hier oben, durch bas Sublimir- Feuer zu geſchehenpfleget, deſſen Rauch uno Dampf den Bergleuten gar wohlbekannt ift, daß er fie oſters aus ihrer Arbeit zu vertreibenſucht, oder zum wenigſten Luft und Wetter verſetzet, daß ih-nen die Lichter nicht mehr brennen wollen;(welches dennvon den meiſten der Schwaden, das iſt, ein giftiger ſtinken-
der Rauch und Dampf, genennet wird). Durch dieſe Wirkung nun offenbaret fid) die Hitze, als ein Zeugniß des eueers; wodurch dieſelbe in der Generation der Metalle ange«trieben wird. Die Wirkung der Kälte hingegen, da dasFeuer mit deſſen Hetze Patien ge.vorden, findet ſich in denAnt: Gg der Erde am meiſten oſſenbaret, und zwarauf ſolchen Gängen, wo die Erzte ihre metalliſche Vollkom—menheit meist erreichet haben, und die Flüchtigkeit des Arſe-niks und Schrdefels abgeleget, auch in ein denen Erzten verdauliches Ntrüncutum näherer metalliſcher Weſenheit verekehret worden: und in dieſem Grade geſchieht die trockeneWirkung.
J. Schluß.