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Johann Gottfried Jugels natürliche Berg-Schmelz- und Figier-Kunst : in drey Theilen abgefasset, deren I. Theil von der Natur aller wesentlichen Kräfte des mineralischen Reichs, der II. von dem Bergwesen und der Beschaffenheit der Metalle und Mineralien, der III. aber, wie dieselben untersuchet, ihrer Natur gemäss geröstet und geschmelzet werden sollen, handelt
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und zu Gute gemacht werden ſollen. 557

einen, durch das Pechen und Waſchen darzu vorbereiteter,Gold- Sclilich, welches zwar auch noch nicht an allen Ort nbekannt if, feuchtet denſelben mit Waſſer an, darinnen Alaune und Cali, jedes gleichviel, zergangen ift, und läßt ſolchenErzt⸗Schlich etliche Tage alfo ſtehen, jedoch öfters umgeruͤh-ret, damit fid) die Erdigkeit, wenn ſolches etwa Talk. Artengeweſen ſind, davon abloͤſen mogen, und der Mercurius dasGold deſto beſſer annehme. Nun muß man einige Maſchi-nen dazu verfertigen laſſen, je nachdem des Erztes viel oderwenig ſich findet, damit ein Menſch mit ſolchen eine ParthieDuſckſuber in einer großen Schaale anreiben, und zu einema galga machen möge. Dieſe Maſchine nun wird eiueuud Muhle genannt, weil vermittelſt derſelben das Goldwit dan Queckſilber angequicket, und ohne große Weitlaͤufzigkeit und Unkoſten fein zuſammengebracht wird. Wennnun alles daraus erhalten, und man aus der Erfahrung weis,daß kein Gold mehr im Schlich vorhanden iſt; ſo nimmtman das Sr ueber aus der Schaale, und gießt es in einendazu gemachten ledernen Beutel, und zieht denſelben mitSchnüren zuſammen, damit das Queckſiuber davon herausge-bracht werde, und durch das Leder dringe, das Gold aber, alseine trockene Maſſe, zuruck im Beutel bleibe: ſolches legetman dann in einen Treibſcherben oder Retorte, und treibtalsdann durchs Feuer den Mercurium vollends davon; fobleibt das Gold rein und fein zurück.

Schluß.

Aus dieſer ganzen Arbeit iſt zu ſchließen, daß dieſelbe dlegeſchwindeſte und bequemſte ſey, das Gold aus ben Erztenzu brin zen: aber es ijt hierbey anzumerken, daß daſſelbe auchrein urd gediegen ſeyn muß. Die Gold-Kieſe und GelbeTalk Coste gehen hierzu nicht an; es waͤre denn, daß ſich derProbe nach, gediegenes Gold darinnen erweiſen ſollte. Das3yorn» ber, und Quarz- Geſtein iſt zu ſolcher Arbeit zu gebrauchen, wenn ſchon das Gold nicht augenſcheinlich darinnenzu finden iſt; imgſeichen auch das Waſch- und Seiſen⸗Gold.

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