Buch 
Johann Gottfried Jugels natürliche Berg-Schmelz- und Figier-Kunst : in drey Theilen abgefasset, deren I. Theil von der Natur aller wesentlichen Kräfte des mineralischen Reichs, der II. von dem Bergwesen und der Beschaffenheit der Metalle und Mineralien, der III. aber, wie dieselben untersuchet, ihrer Natur gemäss geröstet und geschmelzet werden sollen, handelt
Entstehung
Seite
411
JPEG-Download
 

und zu Gute gemacht werden ſollen. 4n

Abnahme und Verwahrung bringen kann. Hat ſich nunauf einmal nicht ſo viel Schweſel an dieſen langen Zügenangeleget, daß man ihn abnehmen will; ſo mag derſelbedarinnen verbleiben, und noch einmal roͤſten, es verſchlaͤgtder Sache nichts. Wenn aber ſelcher abzunehmen beliebetwird,(o muß daſſelbe behutſamlich mit einem tieinen Beſemgeſchehen, vor deſſen Staub man fid) daun mit Tüchern imGeſichte wohl verwahren muß.

9. Erklaͤrung.

Der Roſt des Vitriols, der nun entweder in die zurHand ſtehenden Fäſſer, oder die zugerichteten Betten ge.bracht wird, mag alsdann, wie vor berichtet, mit heißemoder kaltem Waſſer ſteißig begoſſen, und fo lange mit ihmgelauget werden, bis eine ſchene ſaturirte Vitriol⸗Lauge dar-aus erlanget wird, die man alsdann in ein beſonder Faßoder Gefaͤß zuſammen ſammlet, rein abflárit, und endlichzuſammen kechen läßt. Bey der Einkochung des Vitriolsiſt nun bauptſächlich zu merken, daß feine Vitriol-Laugeanſchießen und fid) zu Vitriol ſetzen mag; es geſchehe denndeſſen Präcipitation mit ſeiner eigenen fetten Mutter-Lauge.Dieſe iſt nun wohl nirgends zum Verkaufe. Es kann ſiedaher einer ſelbſt machen, bis man damit in ſeinem Einſie-den auch zu Vorrath koͤnmt. Die Bereltang deſſen aberiſt folgende. Man kaufe zu dieſer Arbeit etliche ZentnerVitriol,(weil man doch den Uleberreſt davon allezeit wiederins Geld ſetzen kann,) ſolvire denſelben im Waſſer, und laſ-fe die Solution einkochen, bis zum Anſcheß. Alsdann fiepfet man ſolchen aus, und laͤßt ihn in der Kalte ſchießen; foerkanget man endlich den meiſten Vitriol wieder. Der a»dere bleibt unten in Geſtalt eines fetten Oehls ſtehen, und willnicht mehr anſchießen. Und dieſes ift die Mutter Lauge desVitriols, den andern Vitriol, der aus den Kieſen gelauget wor,den, damit anzumachen, und im Kochen hinein zu gießen.

8. Anmer