46 Wie die Geste geroͤſtet, geſchmolzen,
1. Grundſatz.
Der Alaun muß mit Waſſer aus den Alaun—Schiefern und Alaun-Erden ausgelauget, und dannzu Alaun eingeſotten werden.
Beweis.
Es zeiget uns ein ſolches wohl die Erfahrung aur denenAlaun-Werken; aber denenjenigen, die deſſen nicht erfahrenſind, zu Gefallen, ſoll hier von deiſſen Auskaugee und Einſie—den, und mithin der Präparation des Alauns, deutlicher qeredet werden. Der Alaun, er werde nun in Schierern oderin einer Erde gefunden, muß nun auf eben ſo eine Art undWeiſe, als im vorhergehenden Capitel ven Vittiol angewie—fen worden, ausgelauget, und alsdann zum Anſchuß cingefoteten werden, ohne daß vorhero dieſe Schiefer oder Erden ineinem Feuer geroͤſtet werden, wie beo den Vitriol-Kieſen dieUmſtände es erfordern. Zu dieſer Arbeit nun muͤſſen großeBetten aufgeſchlagen, und ſiarke Auslaugungen dabey vorge—nommen werden, das Salz aus denen Schierern und Alaun—Erden mit Nutzen zu erlangen. Wecl aber dieſe Bettenſchon im vorbergehenden Gapitel, vom Vittiel, ſind angegeeben, daß ſolche nachzumachen ganz begreiflich ſeyn wird; ſowerde allhier keine beſondere Weitlaͤuftigkeit mehr gebrau—chen. Der Piatz und Raum, welcher zu einem ſelchen Werkeerfordert wird, mag leicht daraus abzunehmen ſeyn, nachdemdie Auslaugung und Einſiedung ſtork ſoll getrieben werden,und der Ort des Anſchießens, welcher am beſten in einemKeller im Berge,(wenn es die Gelegenheit und Situationerlaubet,) mag angebracht werden, oder wo ein ſolches amleichteſten qefcbepen kann. Das Einſieden des Alauns mußnun ebenſalls in einer bleyernen Pfanne geſchehen, wie beymVitriol-Sieden; denn Ruzfer und Eiſen verderben dieſesSalz, und kann folglich in ſoichen nicht geſchehen.
Erklaͤ-