286 Salz (Urin-)«!
fährt werden, daß Buchholz eine Bereitungsartdes schmelzbaren Harnsalzes im 58stenStück. des neuen Hamburgischen Magazins be-kannt gemacht hat, die weit mehr Vorzüge, als diefrühern Bereitungsarten von ihm Haben soll. Dieseverbesserte Bereitung geschieht auf folgende Weise:Man läßt eine beliebige Menge Urin, z. B. hun-dert und mehrere Pfund, einige Monate faulen;dann thut man denselben in eine Desiillirblase,die mit einem zinnernen Helm und Rohre verse-hen ist, und ziehet den flüchtigen Uringeist davonab. Da aber der Urin größtencheils so sehr zusteigen pflegt, daß man das Uebersteigen kaumverhindern kann, so wird, um dieses zu verhüten,ungefähr i Loth frische Butter mit in die Blasegethan. Ist nun auf solche Weise der flüchtigeUringeist gehörig abgezogen worden, so raucht mandas in der Blase Gebliebene, in einem eisernenGefäße bis zur Trockne ab; dann thut man dietrockne schwarze Materie in einen Schmelztiegel,um welchen man nach und nach so viel Kohlen-feuer macht, als nöthig ist, um alle dabei befind-lichen erdigen Theile verbrennen zu können. HatFlamme und Dampf aufgehört, so nimmt mandie erkaltete Materie aus dem Tiegel. Da aberhierbei das Urinsalz sein flüchtiges Alkali durchdas Verbrennen verloren hat, so ist es nöthig,daß man die kalcinirte Materie im Wasser auflö-set, und, um diesen Verlust wieder zu ersehen,eine hinlängliche Menge von dem abgezogenenrectificirten Uringeist dazu thut; dann läßt mandiese Flüssigkeit bis zum Krystallisationspunkte ab-rauchen, flltrirt solche recht sauber durch Löschpa-pier und bringt sie in den Keller zum Anschießen.Die wärflichten Krystalle, die man beim ersten
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