Nachtrag zu den Salzen. 759
dirter Soole erhaltene, das vorzüglichste sey. Manwollte von der einen Seite dem gradirten Salzeden Fehler andichten, daß eö nicht so gut, als dasnicht gradirte sey, welches durch -das Einkochenund Abdampfen des Wassers erhalten wird. EinTheil des Beweises sollte seyn, daß sich bei gra-dirter Soole nicht so viel Salzstein in,den Pfan-nen, als bei dem nicht gradirten anseht, dahersolcher in dem Salze bleiben müsse; allein diesesist irrig, denn bei dem Gradiren bleibt ja dasmeiste Kalkartige der Soole an den Dornen han-gen, und es kann also ein durch die Gradirungschon ziemlich gereinigtes Wasser unmöglich nochso viel Salzstein als ein anderes ansetzen. InAnsehung der Herbigkeit hat, der Erfahrung ge-mäß, die aus dem Steinsalz ausgelaugte Sooleund das daher erhaltene Salz, vermöge der dabeibefindlichen heterogenen Theile vor ersterem öftersden Vorzug. Diejenigen, welche behaupten, daßdurch das Gradiren ein Theil des Kochsalzes ver-flüchtiget und es also dadurch geschwächt würde,irren sehr und scheinen die Eigenschaften eineseigentlichen Mittelsalzeö, welches doch auch dasKochsalz ist, wenig oder gar nicht zu kennen; denndasjenige Salz, welches aus dem gradirten.Salz-wasser gekocht wird, hat man nicht nöthig, mit sostarkem Feuer zu betreiben, wie es bei. demjenigengeschieht, welches ohne Gradirung gleich vym Brun-nen aus versotten wird, und daher verfliegt nichtsvon dem Salzgeiste, welches dem Kochsalze seinewahre Eigenschaft ertheilt. Alle Wärme, die manbeim Gradiren nutzen kann, ist um einige Gradegeringer, als die Sonnenwärme, wobei das See-wasser, z. B. in Spanien, dem südlichen Frank-reichs. geschwind verdunstet. Jetzt ist man ein-
Bbb 4 stimmig