Salzwerks. Wissenschaft. 165
Wenn man den Nutzen erwägt, den wohlange-legte Salzwerke einem Lande stiften, und den Vor-theil berechnet, den der Landesherr davon zu erwar-ten hat, so wird man dadurch zu dem Glauben ge-führt werden, daß die Regierungen zur Aufnahmedieser Wissenschaft gewiß Alles thun; und dennochwird in vielen Landern diesem Gegenstände nur we-nig Aufmerksamkeit gewidmet.
Man könnte diesen Fehler nur dadurch abhelfen,daß man junge Leute von Fähigkeiten und die Lustzu diesem Fache zeigten, von Jugend auf in denhierzu nöthigen Wissenschaften unterrichten ließe;dann müßten sie, nach Beendigung ihres theore-tischen Studiums, ein Paar Jahre auf einemSalzwerke zubringen, um sich noch praktisch in die-ser Wissenschaft zu bilden, und hierauf reisen undauswärtige Salzwerke besuchen. Wenn nun auchder Staat alle Kosten dazu hcrgiebt, so würden dochsolche durch die bessere Behandlung der Werke reich-lich wieder ersetzt werden; auf diese Weise ist es nurmöglich, Salzwerke zu verbessern. Und hält manden kammeralistischen Grundsatz fest: daß man trach-ten soll, so viel, als nur möglich, nicht nur dasGeld im Lande zu behalten, sondern auch solches fürinländische Produkte aus andern Ländern zu bezie-hen; so wird man um so mehr auf die Aufnahmedieser wichtigen Wissenschaft sehen.
Wenn der Kammcralist ein Mann von Kopfist, und ein solcher kann doch nur das Interesse derRegierung befördern, so wird er leicht überschlagen,welches außerordentliche Quantum Salz jährlichnicht nur zum Gebrauch an die Speisen, zum Ein-böckeln der Fische und des Fleisches, zum Einmachender Bohnen, des Kohls rc. genommen, sondern auchdem Vieh gegeben und in den Manufacturen re. rc.verbraucht wird; und dann berechnen, wie viel Geld
L 3 dafür