Band 
Hundert und fünf und dreissigster Theil, welcher die Artikel Salyquellenanyeige bis Samzde enth
Seite
185
JPEG-Download
 

'8r

Galzwerks - Wissenschaft.

von kirrem ganzen Tage, von einer Woche und Mo-nat, diese Quelle liefern konnte. Nur auf dieseWeise wird man in den Stand gesetzt, auf einenkünftigen Plan Rechnung zu machen und einiger-maßen zu finden, ob mit Vortheil oder mit Schadenein Salzwerk gebauet werden kann.

Warum bei diesem Versuche sechs Stundenund nicht mehr oder weniger Zeit angenommen wor-den, ist darum geschehen, um einen Durchschnitt indem ungleichen Aufquellen zu machen. Es ist be-kannt, daß eine Quelle in der ersten -Stunde stärker,als in der zweiten, in der zweiten starker, als in derdritten und so fort, Wasser ausgiebt, so daß dieSchwäche des Ausflusses der Quelle desto mehr zu-nimmt, je höher die über ihr stehende Wassersäulewird. Hieraus folgt, daß alle angeführte Arten vonBerechnung trügen würden, wenn man nicht einengleichen Durchschnitt von der mittleren Zeit macht.Eö ist freilich gewiß, daß die genaue Bestimmungdieser mittleren Zeit eine Aufgabe ist, deren Auf-lösung in die Algebra gehört und durch dieses alleinnur untrüglich berechnet werden kann; allein! siewürde hier in der Ausübung von keinem sonder-lichen Nutzen seyn, weil man einen Salzbrunnen nieerst ganz vollquillen läßt, ehe er bezogen wird.

Der oben erwähnte Schriftsteller sagt; daß erhierbei jedesmal vorausgesetzt habe, daß ein Salz-brunnen in einem fort bezogen werde und daß dasAuspumpen nie über sechs Stunden unterbleibe.Müsse dem Brunnen hingegen in der Ausübung einelängere Zeit Ruhe gelassen werden, so sey es schonein Kennzeichen, daß es entweder an den nöthigenBewegungskräften oder an hinreichenden Gra-dirgebäuden fehle, die das Wasser aufnehmen kön-nen, und es ist also ein großer Fehler im Ganzenvorhanden; denn ein Salzbrunnen wird destdjreich-

M 5 licher