Salzwerks - Wissenschaft. 19z
Alle Erzählungen haben ihren Ursprung in dermündlichen Ueberlieferung, welche man Sagennennt. Durch diese wurden die ersten historischenNachrichten fortgepflanzt, und besonders findet die,ses bei der Salinengefchichte Statt; da dieSalzwerke bei den Pfännerschaften vom Vater aufden Sohn rc. forterbten, und so manche Geheimnisse,die Salzsiedung betreffend, in der ersten Zeit, selbstnoch bis auf die neuesten Zeiten, nur mündlich fort-gepflanzt wurden; daher ist es nöthig, die verschiede-nen Angaben darüber, die aus mündlicher Ueberliefe-rung geflossen, kritisch zu prüfen, ehe man davon zurSaiinengeschichte Gebrauch macht.
>) Epigraphik oder Inschriftenkunde.Auch die Inschriftenkunde ist nicht unwichtig zurSalinengefchichte; denn Manches, die frühereGeschichte der Salzwerke betreffend, ist durch ste er-halten oder vielmehr erläutert worden; s. z. B. dieSülze.zu Lüneburg, Th. i 34 , S. 738. Al-lein es ist hierbei sehr nöthig, sich von der Aechtheitder Inschriften zu überzeugen; denn sehr oft sindviele nur erdichtet, so z. B. bat Alexander Geralrdinus in seiner Reisebeschreibung viele Inschriftenmitgetheilt, die er in Afrika gefunden haben will,von denen auch nicht eine einzige ächt ist.
))Diplomatik oder Urkunden kenntn iß.Sie ist gewiß die wichtigste Hülfswisscnschaft in Rück-sicht der Salinengefchichte, besonders aus den mitt-leren und neueren Zeiten; denn gerade aus diesenZeiten hat man den größten Vorrath von schriftlichenDenkmälern, Diplome oder Urkunden genannt,die zur Begründung und Sicherheit von Rechtenund Verpflichtungen abgefaßt sind; weil aber diewenigsten Personen, die ein Interesse dafür hatten,selbst mit der Schreibekunst bekannt waren, so kamenzu höherer Amorisation und Beglaubigung gewisseDer. rechn. Lnc. cxxxv. Tbeil. N <peier-