Samenmilch.
Alle diese Emulsionen haben, wenn sie ausangenehm schmeckenden Substanzen gezogen wordensind, selbst einen höchst angenehmen Geschmack.Man gebraucht sie auch eben sowohl in der Haushal-tung zur Bereitung wohlschmeckender Speisen, alsin den Apotheken zum Nutzen der Arzneikunst. Siesind in hohem Grade mildernd, Hitze lindernd undkühlend, und folglich in den Entzündungskrankhei-teu, und wo ein Reitz zugegen ist, dienlich. Mankann sie ohne Bedenken in großer Menge und sogarals gewöhnliches Getränk zu sich nehmen, welchesGetränk mit dem Namen: Org ead e, Orschade be-legt wird, weil man ehemals Grrstenwasier zu dessenBereitung nahm; s. den Art. Gerste, Th. 17, S.-428. Um dasselbe, da man es, wegen leicht erfol-genden Umschlagens nicht aufbewahren kann, leichtbereiten zu können, muß Man entweder Orgeaden-syrub < H'rupus emulsivns), oder noch besserOrgeadenteig (knsta smulsiva) bei der Handhaben. Jenen erhalt man, wenn man eine Pinteeiner aus einem Pfunde bittern und eben so viel sä-ßen Mandeln bereiteten Milch mit dreiviertel PfundZucker über dem Feuer vereiniget; diesen aber, wennabgezogene, in einem steinernen Mörser mit einer höl-zernen Keule bei mäßiger Anfeuchtung feingeriebeneMandeln, statt denen man auch zur Hälfte Melonen-kerne nehmen kann, mit anderchalbmal so viel zersto-ßenem Zucker vermischt, und'die in Röllchen gebildeteund mit Zucker bestrichene Masse an der Luft aus-trocknen läßt.
Da die Milch aus den öligten Samen, als denMandeln, Pinien, Pistacien, Nässen, Gurkensa«men, Melonenkernen, Kürbiskernen- HanfsamenLeinsamen rc. eine kühlende, lindernde Kraft hat,wenn die Samen frisch und nicht ranzig sind, so wirdsie öfters im Fieber verordnet, wo andere UmständeSee. rechn. Lxxxv. rfeil. Bb ihren