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Anatomische Wachsfiguren.
mangelung der Leichname bedient man sich ihrer, um dieLage der Theile des menschlichen Körpers daran zu zeigen.Den ersten Gedanken, dergleichen Wachsfiguren zu verfertttgen, hatte der Arzt de Noues, der im Spital zu Genuaangestellt, und eben im Begriff war, eine daselbst verstor-bene Frauensperson durch Balsamirung aufzubewahren; daer aber die Fäulniß nicht ganz verhindern konnte: so gcricther auf den Einfall, den Körper so natürlich, als möglich,in Wachs bossiren zu lassen. Er theilte diesen Gedankenseinem Freunde, dem Abt Cajctano Giulio Zumbo,einem Sicilianer, mit, der zwar nichts von der Anatomieverstand, aber sehr gut in Wachs bossirrc, und dieser mach-te, unter des dc N o» es Aufsicht, zuerst den Kopf dieserWclbSpcrsvn m gefärbtem Wachs so tauschend nach, daßdiejenigen, welche ib» sahcu, ihn wirklich für einen abge-schnittenen Kopf hielten. Don diesem Kunststück erschienim Jahr 1719 schon eine Beschreibung von L. Dan. Hoff-mann in Tübingen in dem 1719 hcrauSgegeb. seLee/rg/»,.
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, p. 6. Zumbo hatteindessen diesen Kopf heimlich noch einmal für sich nachge-macht, und gieng damit naeb Frankreich, wo er die ganzeSache für seine Erfindung ausgab, aber nicht viel Gewinndavon hatte, weil er kurz hernach starb. Hierauf nahmdeN 0 ueS einen andern WachSbossirer, Namens de laCroix, aus Frankreich, zu sich, der den erwähnten Leich-nam nach allen seinen Theilen auf das schönste in WachSbossirte. Im Jahr 1721 ließ P- laCourege dergleichenFiguren in Hamburg sehen, und 17)7 wurden dergleichenin London zum öffentlichen Verkaufe ausgestellt. Der Ur-sprung dieser Kunst fällt etwa in das letzte Viertel deS i7tenJahrhunderts. Im Anfange und Fortgange des r8tenJahrhunderts arbeiteten mehrere Künstler in diesem Fache;besonders merkwürdig sind die trefflichen Werke von Erco-leLelli, Giovanni Manzolini und seiner Frau,
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