Band 
Erster Theil, den Buchstaben A enthaltend.
Seite
309
JPEG-Download
 

3°9

Athmen.

luft, sondern Luftsäure und Wasser entstehen, wobey daSStickgas, dos schon in der ciiigcathmctcn Luft präcxistirte,beym Auscikbme» unverändert wieder hinweggeht. HerrHost. Girkanncr hat in Korr^ cko/iüv/. 1790.

x. 422. folg. eine andere Theorie aufgestellt, unddurch eine zahlreiche Menge von Decstichcn zu bestätigen ge-sucht , nach welcher die Reizbarkeit als das LebenSprincip

in der ganzen organisirten Natur, und daü Oxygen als derGlundstöff dieser Reizbarkeit, betrachtet wird. Nach die-ser Theorie soll sich nun der Sauerstoff der atmosphärischenLufr in den Lungen um dein Blute selbst verbinden, diesemtue Hellrothe Farbe geben, und sich allen Theilen des thieri-schen Systems, zu Unterhaltung ihrer Reizbarkeit und ihresLebens, durch die Circulation mittheilen. Grcn behaup- »tek, daß durch das Athmen Feuchtigkeit und Stoff derLuft säure (Kohlenstoff) aus dem Körper geführt werden.Wen diesem letztem nimmt er an, er sey in den Blutgefäßendurch den Brennstoff gebunden, und lasse sich nicht eher luft-föiiiug entwickeln , als bis der Brennstoff abgeschieden sey.Diese Abscheidung aber geschehe durch die rcspirable Luft,Die wir zum Athmen brauchen. Die Entstehung der elasti-schen F nsstgkciten, nämlich des Wasserdnnstes und lnfksau-ren GaS, welche ausgehaucht werden, geschehe nie ohneBindung von Wärmestoff, folglich sey damit Verminderungder freyen Warme, nicht Entstehung oder Vermehrung der-selben, verknüpft. Ueberdieses sey die Temperatur desHauchs merklich höher, als die der umgcbcndeu Luft, undalso werde auch dadurch freyer Wärmestoff ausgeführt.-Priestiey (/V'ä'o/I ^0/. /.XXX. 179c?. p. 106.)

änderte seine ehemalige Behauptung, daß der Proceß desAthemholens in einer bloßen Entlassung des Phlogiftonsaus den Lungen bestehe, dahinab, daß er annimmt, außerder Abscheidung des Phlogistvus von dem Blute werde auchdephlogistlsirte Luft, oder ihr saucrmachciid es Prin-cip, zu gleicher Zeit vom Blute ausgenommen. Da nunauch ein Theil der dephlogistlsirten Lust zuc Bildung der fä-ll z xen