Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
133
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Baukunst,

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erst unter Heinrich I. in Deutschland heben, welcher ver-ecdncte, daß der neunte freye Mann in die Städte ziehen,und alle Zusammenkünfte der Stände in denselben gehaltenwerden mußten. Nun wurden die Städte größer und rci.eher: man umgab sie mit Mauern, baute Kirchen und an-dec öffentliche Gebäude von Steinen, und schmückte dieKirchen mit Kunstwerken und kostbarenGcräthschaften- Mit-ten in diesen Feilen des barbarischen Geschmacks wurden diemeisten Städte in Deutschland, und die meisten Kirchen imganzen Occident gcbauct, an denen man noch jetzt das Ge-präge einer über alle Regeln ausgeschweiften GothischenBäuart sieht, die sich der Altg ethischen eben sosehr,als der Neugothischen näherte. Die Gebäude diesesZeitraums setzen durch ihre Größe, durch die unermeßlicheVerschwendung der Zierrathen, und durch gänzliche Ver-»achläßlgung der Verhältnisse in Erstaunen. Doch finde»sich an einigen noch Spuren dcö nicht ganz erloschenen Ge-schmacks, welches aus einem schönen und merkwürdigenUcbcrreste einer Kirche zu Memlebcn an der Unstrnt erhellet,die zu Heinrich l. Zeit erbauet wurde, und weder einschwerfälliges Weck, noch auch mit vielen Verzierungen be-setzt ist. An diesem Gebäude herrscht die schönste Symme-trie, die beste Anordnung, das richtigste Verhältniß derTheile, und die genaueste Zusammenfügniig der Werkstü-cken, ausweichen die Säulen, die gewölbten Bogen unddie Fenstergewände bestehen. Die Fensteröffnungen und ei-nige Bogen über den Fenstern sind rund; aber die Bogen,welche das Schiff der Kirche vvn den Flügeln scheiden, sindspitzig und Gothisch. Dieses Gebäude beweiset, daß da-mals die Baukunst in Deutschland in keinem schlechten Sty-le ausgeübt wurde, und daß sie sich der Altgothischcn ebenso sehr als der Ncugolhischen näherte. Die Neugothi-sche Bauart bekamen die Deutschen oknstreitig aus Frank-reich. Der Bischof Werner zu Straßbnrg ließ im I.101; den Grund zu dem berühmten Münster in Straßburglegen, welcher eins der erstaun liebsten Geb.mdc in der Weit,2 Z aber