Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
271
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Dildgießrrkunst. 271

scheu. Weibliche Figuren sieht man auf keinem ihrer Denk-mäler.

Den Mythen der Griechen zu Folge war die Bildgie-ßcrkunft auch t» Kleinasien von einem hohen Älter. Dievorzüglichsten gegossenen Arbeiten, die man in dem Zeit-räume von Moses bis auf Crösuö daselbst verfertigte,waren der goldene Thron des Mid as, die berühmten sechsgoldenen Becher des Gyges, zo Talente schwer- die tr/goldenen Halbziegeln des Crösus, zum Theil aas demfeinsten, zum Theil aus blassem Golde, sei» 10 Talenteschwerer Löwe aus feinem Golde, ein goldener und silber-ner Pokal von großem Gewichte. Alle diese kostbaren Ar-beiten- welche als Meisterstücke der Kunst und Pracht imTempel zu Delphi aufgestellt waren, im Grunde aber mehrvomUeberflusse der Metalle - als von Kunst zeugte», fachte»die Kunstliebe der asiatilchc» Griechen frühzeitig an, wie dennauch unter diesen die Kunst bald zu einer bcwuNdernswürdi«gen Höhe stieg. Nach den Mythen der Griechen wäre derSchild des Herkules ein altes Denkmal dieser Kunst, undHomer rühmt, außer andern künstlichen Waffen- ge-schmackvollen Schaalen und andern Gefäßen, besondersdie gsldiie» Waffen des Glaukus, Und den bewunderns-würdigen Schild des Achills, //o,». V./74.

folg. Dem Homer zu Folge verstand schon Vulkan dieKunst, aus Gold, Silber, Kupfer, Finii und Eisen al-lerley Figuren zu verfertigen, und bewies dieses an demvon ihm verfertigten Schilde des Achilles, auf welchemer aus Gold und Zinn Ochsen und Kühe, ferner auch Wein-stöcke vorstellte, deren Stämme von Gold, die Pfahle vonSilber, und die reifen Beeren der Trauben von rund ge-schliffenem und pvlirtem Eisen waren. Will man nün auchdie Wirklichkeit dieses Schildes leugnen, so muß man dochzugeben, daß Homer künstliche Arbeiten dieser Art inAsien gesehen haben muß, um wenigstens in seiner Einbil-dungskraft einem solchen Meisterstücke die Existenz geben zukönnen- Bom Vulkan dichtet man noch, baß er sich

zwey