Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
286
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Blldgußerkunst.

goß 1699, nach den Modellen Franz Girardons dieprächtige Ritterstatue Ludwigs auf dem Platze

kudewigs des Großen, mit einem Guße; sie war 22Schuhe und 2 Zoll hoch, und kostete 125000 Laubthaler.Man hatte 800 Ccntncr Metall dazu gebraucht. SeinSchüler, Johann Jacobe von Homburg in der Wer-rerau goß im Jahr 1720 in Berlin, nach Andreas Gcdlä.ters Erfindung und Modell, die bronzene, 15 Fuß hoheRitterstatue des großen Kurfürsten, .Friedrich Wil-helm von Brandenburg. Sie steht auf einem Vorfprun»ge mitten auf der Brücke, unweit des königlichen Schlosseszu Berlin; die vier Sclaven, welche unten am Postc»mcnl sitzen, verdienen Bewunderung, ihre Mienen undStellungen drücken die furchtbare Größe dessen aus, zuden, sie hinaufblicken. Jacobi erhielt für diese Arbeit82002 Thaler; Nachrichten von Kunstsachen undKünstler«. 1768- S. 82.

In Rußland goß Stephan Falconet (s 1791)am 4ten Gepk- 1775 die bewundernswürdige RitterstatuePeters I. in Riesengrößc, welche 1782 den 27. Augusta. St. in Petersburg, auf dem Petersplatze, ohnweit derNewa, aufgestellt wurde. Die Höhe des ganzen GusscSbeträgt wohl 52 Fuß, aber die eigentliche Statue ist 17^Fußhoch, und an manchen Orten soll das Metall kaum4 Linien dick seyn. Das Fußgestell besteht aus einem 5zFuß langen röthlichen G.anitfclsen, den ein Bauer ohn-weit Petersburg, bey dem Dorfe Lachta, im Sept. 1768entdeckte, und dessen Gewicht man auf 42202 Centnerschätzte; Falconet ließ aber beynahe 20222 Centnerdavon abschlagen. Die Herbcyschaffung dieses Felsens ko-stete 42522 Rubel. Ein Paar Stellen des Gußes, etwaL Fuß doch, fielen nicht nach Wunsch aus. Peter derGroße ist vorgestellt, wie er, mit einem Lorbeer bekränzt,in heroischer Mantclkleidung, mit seitwärts von sich ge-streckter rechter Hand, auf einer Bärenhaut sitzend, welche

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