Blitzableiter. 79
wenigstens, so weit die Stange reichte, fortleiten. Erglaubt, daß Stangen von einem Viertelzoll Durchmesserdazu hinreichend seyn würden. Ferner bemerkt er, daßFlocken Baumwolle, an den Hauptleiter einer Elektrisirma-schine gehangen, durchs Elcktristren anschwellen und sichausbreiten, auch vom Tische angezogen werden, durch An-näherung einer spitzigen Nadel aber gegen einander selbstund gegen den Hauptleiter zurückgetrieben werden. „Könnennicht vielleicht, sagt er, auf gleiche Weise die kleinen elek-trisirten Wolken, deren Gleichgewicht mit der Erde durchdie Spitze schnell wiederhergestellt wird, zu dem Hauptkör-pcr in die Hohe steh en, und in demselben eine so großeEntladung verursachen, daß er an diesem Orte nicht schla-gen kann?" Die Erfahrung hat diese Vermuthung vollkom-men bestätigt. Wenn eine Wolke, deren untere Flächeuneben ist, und herabhangende Theile oder Flocken hat,einem zugespitzten Weücrableitcr nahe kommt, so werdendie herabhangenden Theile, welche sonst leicht einen Schlagveranlassen könnten, durch den Ableiter schnell ihrer Elek-tricität beraubt, und nunmehr von der großen Wolke ange-zogen. Man sieht sie gleichsam vor dem Ableiter fliehenund sich mit der ganzen Masse der Wolke verbinden.
Die Franklin'sche Theorie der Blitzableiter, wel-che im Jahre 175z bekannt wurde, gründet sich auf zweySätze, welche theils durch die elektrischen Versuche, theilsdurch die Erfahrungen von Wetterschlägen hinlänglich be-stätigt sind. Der erste dieser Sätze ist: eine ununter-brochene metallische Leitung von genügsamerDicke führt den Blitz oder die elektrische Ma-terie, ohne Beschädigung anderer Körper, bisan ihr Ende herab. Die ununterbrochene metallischeLeitung oder das Herabfabren des Blitzes an Drätcn derKlingeln und ander»! Eisenwerk, war längst vor Frankli nbemerkt tborden. In den Breslauer Sain m lung e nI. S. 64. kommt eine Beobachtung des V. Reim ann zu
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