Bohrmühle. nS
massiven Cylinders aus dem Rohre herausschnitt. Er be-diente sich dabey des schon bekannten Schneidrzeugs, womitman bisher der Seele dcö über einen Kern gegossenen Ge-schützes den richtigen Kaliber zu geben pflegte, KrünitzEncyclopädie, unter Kanone. Diese Einrichtungwar aber, wegen der Bohrer und des Abschneidcns der Cy-linder am Boden sehr kostbar; die Bohrer waren dem Zer-brechen sehr unterworfen, und es erforderte lange Zeit eineKanone auszubohren, daher diese Einrichtung mir solchenBohrern nicht sehr angenommen wurde; Jacobsontcchnol. Wörterbuch, fortges. von Rosenthal.V. S- 270. Der von Keller in Cassel angestelite glückli-che Versuch, Kanonen massiv zugießen und so auszubohren,daß der Kern als ein ganzes Stuck herausgenommen wird,veranlaßte mehrere, auf eine sichere Maschine zu diesemZweck zu denken, und niemanden scheint dieses besser gelun-gen zu seyn, als dem geschickten Schmidt, Maritz, inGenf, der eine horizontale Bohrmaschine mit spitzenBohrern erfand, wo die Kanone durch ein Wasserrad um-gedreht, und der Bohrer gleichförmig fortgefchobe» wird;wenn die Kanone nach Schnur und Wasscrpaß gelegt wird,kommt die Höhlung genau in den Mittelpunkt. Maritzmachte seine Erfindung i/zy dem französische!! Hofe bekannt,worauf nach seiner Angabe eine Bohrmaschine zu Lyon erbautwurde, wo die massiv gegossenen Kanonen von ibin aufeine sehr gchcimnißvolle Art gebohrt wurden; /s/s-
?. /!. p. -52. Nachher erfand der Mar-quis von Montalembcrt eine vertikale Bohr-maschine mit spitzen Bohrern, die er schon 1752 aufseinen Eisenwerken in Pcrigord anwandle, um auch massivgegossene ciserne Kanonen auszubohren. Man hatte be-reits damals das Gußeisen so einzurichten gesucht, daß cSgebohrt und äußerlich abgedreht werden konnte- Letztere-führte Maritz zuerst 1755 in Frankreich ein, als er Ge-neral-r Jnspccror der Kanonengießcreyen für die Marinewurde, indem er zugleich seine horizontale Bohr- und Ab-
H 4 drehe-