Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
123
JPEG-Download
 

Bologneser Stein. 12z

stens von länglich runder Gestalt und platt geformt, fastso wie eine getrocknete Feige. Seine Farbe ist weißgran.oder gelblich, dünne Stücke desselben sind auf einen gewissenGrad durchsichtig, und aus dem Mittelpunkt desselben lau-fen schwache Strahlen. Legt man ihn an die freye Luftund setzt man ihn 4 Minuten lang dem Sonnen - und Tages-lichte aus, so leuchtet er i8 Minuten und noch länger imDunkeln, und sammelt, so oft man ihn dann wieder derLuft und dem Lichte aussetzt, von neuem immer Lichtstoffein- Wenn ihm der Zugang der Luft verschlossen wird,leuchtet er wenig oder gar nickt. Fortunio Liceti,Professor zu Bologna, schrieb über diesen Stein zuerst fol-gende Abhandlung: / cke

r» /«ee-r/e. 1640. Nach diesem stellte Athan.

Kircher über die Natur dieses im Finstern leuchtenden SteinsUntersuchungen an, und entdeckte, daß er auch in einigen Alaun-minen beyTolpha gefunden wurde, liii-cbeei^rs MÜAIIL Iuc,8er umbrae. liom. 164Ü. Vorzüglich stark leuchtet der Stein,wenn er fein zerstoßen, mit Wasser oder Leinöl durchknetetUnd calcimrt wird. De>, Graf Marsigli, Galeati,Beccari k/e/?ker//k 6s«on. pü?/. Vl. s>. 188

seg,) und nach ihnen Zan 0tti (k/>ke/. 20; leg.) untersuch-ten die Erscheinungen dieses Steins genauer. Er ward so-wohl vom Tages- oder Sonnenlichte, als auch von Kerzen,leuchtend, nicht aber vom Lichte des Monds oder eines an-dern Phosphors. Die besten Stücken durften dem Lichtenur i 2 Secunden ausgesetzt werden, so feuchteten sieschon 4 Minuten lang, und manche leuchteten zo Minuten.Der geringste Grad des Lichts ließ schon die kleinste Schriftlesen, und die Stücken wurden immer bcss-r, fe mehr siegebraucht wurden. Natürlich mußte diese Entdeckung aufdie Meynung von der Körperlichkeit des Lichts führen, wel-che bald nachher die Grundlage von Newtons Theoriedes Lichts ward. Man sahe hier Körper, die das Lichtgleichsam anzogen und wieder von sich gaben, Lichtsauger,kichtmagncten. Zanottr urtheilte indessen, daß die Ver-suche