Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
125
JPEG-Download
 

Bombardiergaliotte.

"z

bert wurde, und sich nicht füglich denken läßt, daß jeneKriegsmaschinen wirkliche Pulvcrgeschütze gewesen, so könn»te man sie wohl für eine Art Werkzeug halten, vermittelstdessen so genanntes griechisches Feuer aus metallenen Röh-ren geworfen wurde. Diesem stehet aber der AusdruckDonner, entgegen, weil es gegen die Art des

aus Schwefel, Pech, Harz und brennbaren Oelen bestehen-den griechischen Feuers war, einen Donnerähniichen Knallvon sich zu geben; es sey denn, daß sich so viel Salpeterdarunter befand, als nölhigwar, die verschlossenen Gefäße,in denen es geworfen ward, zu zersprengen. Es kann aberauch seyn, daß die Araber, die damals fast ausschließendim Besitz der Künste und Wissenschaften waren, durch dieseFcucrmaschincn, und durch die Bestandtheile des griechischenFeuers — aus dem bloß die Harze und Oele weggelassenwerden durstest, um es in wahres Schießpulver zu verwan-deln — zufälligerweise auf die Erfindung unsrer jetzigenPulvergeschütze geleitet wurden, und daß sie vielleicht langevor den Europäern im Besitz derselben waren; HoyerGeschichte der Kriegskunst. I. S- Zy. 40. Mat-thäus von Luna meldet, daß Albertus Magnusoder Groß, ein Prcdigermönch aus dem schwäbischen Ge-schlechte derer von Bollstädt, der 1280 gestorben seynsoll, Handröhre erfunden habe, die auch Bombardengenannt werden; s. Gramm im I. B. der Hist. Abh.der königl. Gesell, der Wiss. zu Kopenhagen.S- n8-

Bombardiergaliotte ist ein plattes Schiff von starkem Holze,das kein Verdeck und gewöhnlich auch keinen Vordermasthat, und stakt der Stücken nur einen Mörser führt, derauf einem falschen Verdeck, d. i. auf einem Gerüste vonHolz und einer Unterlage von Tauwcrk, um dadurch dieHeftigkeit des Rückstoßes zu schwächen, vor dem großenMäste ruht, und dazu dient, daß man auf dem Wasser dieBomben eben so treffend werfe» kann, als man vorher auf

dem