196 Brennspiegel.
ist- Da die Sonncnscheibe eine merkliche Größe hak, unddie Are des Spiegels nur gegen einen Punkt derselben ge-richtet sey» kann, so kann nie ein Spiegel alle Sonnenstra»len in einen Punkt zusammen bringen, sondern sie werdennur in einem engen Raume vereiniget. Die para-bolischen und spbäiischcn Spiegel sind unter allen Brenn«spiegeln am besten, wenn man mit den SonnenstcalcnVersuche machen will. Es giebt übrigens noch mehrere Ge-stalten von Spiegeln, die man zum Brennen benutzenkann, z. B. Spiegel, welche die Gestalt einer'Zoiie derinnern Fläche eines hohlen gleichseitigen Kegels haben;
ILeoal. ?a/atr«a^. 1^. Z85-
Lambcrt hat mit einem solchen Kegel gezündet. Selbstmehrere Planspiegel lassen sich so vereinigen, daß sie wieBrcnnspiegel wirken. Ein Brennspiegel wirkt etwa viermalstarker, als «in BrennglaS von gleicher Fläche und Krüm-mung. Der erste Erfinder der Brennspiegel ist unbekannt;einige vermuthen, Prometheus,«» asiatischer Fürst amkaucasus, der noch vor dem Jahre 2400 letzte, habe der-gleichen schon gehabt, und wollen dadurch jene Sage er-klären, daß er das Feuer vom Himmel gestohlen habe;
2Z. So sums
reich aber auch das letztere ist, so wenig läßt sich doch daSerste beweisen. Indessen ist die zündende Kraft der Hohl-spiegel den Alten doch rinläugbar und auch ziemlich früh be<kann! gewesen, denn es wird derselben in der dem Eukli-den zugeschriebenen Katoptrik Zi) gedacht, wo aberder Brennpunkt sehr unrichtig in den Mittelpunkt der Kugel-fläche des Spiegels gesetzt wird. Einen andern Grund fürihr frühes Daseyn giebt die römische Geschichte an die Hand.Der Vesta, deren Dienst schon vor Roms Erbauung inItalien üblich war, wurde ein ewiges Feuer unterhalten;wenn dieses verlosch, durfte es nur mit dem reinsten Feuerd. i. mit dem Feuer der Sonne wieder angezündet werden,welches nicht anders als vermittelst eines Brennspiegels,
oder