Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
204
JPEG-Download
 

rv4 Brennspiegek.

Wasser, schmolz drey Zoll dickes Zinn und Bley in 2 bis ZMinuten, durchlöcherte eiserne und kupferne Bleche, auch«inen sächsischen harken Thaler in 5 bis 6 Minuten, vergla«sete Scherben, Ziegel, Bimstein, Knochen und Erden,und der Diamant wurde unter dem Brennpunkte bläsigt,unscheinbar und verlor seine Harre. Tschirnhausenverdichtete auch mit diesem B ennspiegel das Mondenlicht,fand aber dabey keine merkliche Verstärkung der Wärme.Aebcrhaupt verfertigte er nur vier große Brennspiegek; dereine ist der fetzt erwähnte, den erst der König August Ik.von Polen bekam, welcher denselben in Dresden aufbewah-ren ließ; den zweyten bekam der Kayscr Leopold, der denHerrn von Tschirnhausen mit einer goldenen Kette be-schenkte, auch ihn baromsircn wollte, welches er aber nichtannahm; den dritten bekam der König von Frankreich, undden vierten der Landgraf von Hessen - Caffej; dieser letztereSZrcnnspiegcl ist über ; Schuh hoch, hat über einen Schuhim Durchmesser, und zündet in einer Entfernung von 12Fuß. Philipp dc laHire, der Sohn, geboren 1677.gestorben 1719, entdeckte eine neue Art, große Bcennspie-gel zu schleifen; s. Jöcher Gel. Lex. unter De la Hi-re. — Isaac Newton, der 1726 starb, lehrte zu«erst, sieben Hohlspiegel so zu stellen, daß ihre Brennpunktesch in einen einzigen vereinigten, dessen Wirkung dadurchaußerordentlich vergrößert wurde. Er schenkte diese Erfin-dung der englischen Societät; - 77 >e-o/eAx.

VII. l. Alle diese Brcnnspiegcl waren von polirrem Me<lall; man kann sie aber auch von Glas, Holz, Pappe undandern Materialien verfertigen. Ein Linsenglas, auf dererhabenen Seite belegt, giebt einen Brennspiegel. AufdecRaths - Bibliothek in Görlitz befindet sich ein Brennspiegelvon zo Leipziger Zoll Brennweite, der aus eim. Glaslinsevon 18 Zoll Durchmesser besteht, die aus Tschlrnhau»scns Nachlasse herrührt, und die man belegen ließ;Gehler physikal. Wörterbuch I S. 4s>. feg.

AndreasGärkner, ein geschickter Künstler in Dresden,

machte