mand verstand, sind alt; man kann schon den Brief desProetus hicher rechnen, wenn unter dem Werteverabredet« Zeichen zu verstehen seyn sollten. Bediente mansich gewöhnlicher Schrift, so suchte man diese zu oecbecgcn,wenn der Inhalt dcS Briefs andern unbekannt bleiben sollte;LrHe I. erzählt: Asdrubal habe einen Brief,
der geheime Dinge enthielt, dadurch verborgen, daß erneue,Noch nicht mit Wachs überzogene Tafeln nahm, die Buch-stabenschrift in das Holz grub, und hernach die Tafeln, wiegewöhnlich mit Wachs überzog. Don den symbolische» Lie-bcsbriefchcn dct Alken, zu denen auch ein angebissenerApfel, ein Blumenstrauß u. s. w. gehörte, sehe man Böt-tiger'ü Sabine». S- 190. 219. und den Artikel Kryp.tvgcaphie in diesem Handbuche.
Die ältesten Briefe in griechischer Sprache, z. B. die9 Briefe des Anacharsis, die 148 Briefe deS P h a l a.ris- die Briefe desHeraklitus, Thran us, The»rnistokles, Sokratcs u. a- m. sind größtentheils un-acht, und entsprangen aus det Gewohnheit der griechischenRhetorkn, ihren Schülern zur Uebung die Verfertigung ei-nes Briefs von irgend einem berühmten Manne aufzugeben ;in der Folge ließ man sich verleiten, diese Briefe für ächt zuhalten, aber nur wenige davon sind es. Vonr Isokra -«es aus Athen (um 420 vor C. G) hat man noch 7, undvom Demosthenes (um Z40 vor C. G ) noch 6Episteln.
Bey den Römern thaten sich in poetischen Briefen her-vor: Horatius Flaccus, Ovidius Naso, D.Magnus Ausonius und Cl. Claudianus. Ovidschrieb auch Heroiden oder 2l Briefe von Personen auSder griechischen Geschichte oder Fabel, in einer entscheiden-den Lage ihres Lebens geschrieben, oder Monologen im ele-gischen Gylbenmaaß; ob Ovid der Erfinder dieser Dicht-em sey, oder sie einem Griechen nachbildete, ist ungewiss.Dergleichen Heroiden schrieben auch noch Aure lins Pro-
per-