Buchdruckerkunst. 291
wurden aber die Hülfsmittel zur Erlernung der Wissenschaf-ten nicht nur weit wohlfeiler, sondern auch weit häufigerund schneller verbreitet. Diese so wohlthätige Erfindungdes menschlichen Geistes wurde indessen nicht auf einmal ge-macht, sondern sie nahm von rohen Versuchen ihren Anfang,und gelangte nur stufenweise zu ihrer jetzigen Vvllkvmnicn-hclt. Zu den Vorgängern dieser Kunst rechnet man alle die-jenigen Dtngc, die durch eine gewisse Ä hnlichkeit mit derBuchdruckerkiinst zu ihrer Eifindiing einladen, oder auf die-selbe fuhren konnten. Dahin gehöret der Ring mit Glit-te» berge Rainen, den Guktenberg an seinem Fin-ger trug , und damit ein Siegel abdruckte, welches ihm,wie Joh. Ar 11. Bergellaiiuü in seinem Gedicht vmkder Erfindung der Knpferstecherkunst. 1541. V. 57. folg.und Köhler in der Ehrenrettung Glitten bergs.S- 5 '- erzächen, die erste Veranlassung zur Erfindung derBuchdnickerkunst gegeben haben soll. Man siegelte zu fei-«cr Jett noch mit gewöhnlichem gelben Wachse, und nurvornehme Personen gebrauchten grünes oder rothes Wachs.Wenn man das Wachs am Lichte erweicht hatte, legte manein angefeuchtetes Papier darauf, und druckte alsdann dasSiegel auf. Um die Figuren des Siegels deutlicher zu ma-che», hielt mau das Petlfchaft an das Licht, damit esvomDampfe schwarz wurde; wischte man nun die äußerste Ober-fläche dcsslben ab , so wurden die erhabenen Figuren desSiegels schwarz, aber der Grund blieb weiß. Dießsoll dc» Lrstndungsgcist Guktenbergs rege gemacht, undihn zuerst auf den Gedanken geleitet haben , ganze Wörterund Zeilen, wie mit einem Petkschaft, abzudrucken, wel-chen Gedanken er hernach immer weiter verfolgte. NähereVeranlassung zur Erfindung der Buchdnickerkunst gaben je-doch alle diejenigen Werke, die in Holz geschnitten und ab-gedruckt wurden. Dahin gehören die Spielkarten , de-ren Umrisse in hölzerne Tafeln cingcschiutkeu, dann abge-druckt lind von den Bciefmalern ausgemalt wurden, welcheKunst schon im I4tcn Jahrhundert in Deutschland bekannt
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