Band 
Achter Theil, die Buchstaben L und M enthaltend.
Seite
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Malerschule.

Insekten, Blumen, Früchte sind vortrefflich. AberSchönheit in der Anordnung, in der Erfindung und imAusdruck, wie man in den Gemälden anderer Schulenfindet, muß man bey ihnen nicht suchen. Für das Me-chemische dieser Kunst haben sie viel Talent, aber die grö-ßer« Eigenschaften eines Malers erlangen sie blos durchFleiß und Geduld, und vielmals gar nicht. Der größteMeister, den diese Schule hervorgebracht hat, ist unstrei-tig Paul Rembrand van Ry», (geb. i6c>6, ge-storb. 1674.). Dieses große Genie bahnte sich einenneuen Weg in der Malcrcy und im Kupferstechen. Sei«ne Manier hat ganz etwas Eigenes, und er scheint völ-lig ohne Regel gearbeitet zu haben; aber selbst die Un-ordnung in seinen Glücken thut eine vortreffliche Wirkungund man verzeiht ihm die Uncorrcklheit seiner Zeichnunggern. Auch das Edle vermißt man in seinen Werken.Von seinen Gemälden sowohl als Kupferstichen ist eineerstaunlich große Menge vorhanden. Außer Rembrandhaben sich in dieser Schule hervorgethan: Martinvan Decn, Hecmskerken genannt, Philipp Wo-wermann, Gerhard Terburg, Adrian vonder Werft, dessen Stücke außerordentlich theuer be-zahlt werde», und mehrere. Unter Rembrands Schü-lern kam Ferdinand Boll seinem Meister am näch-sten. Er halte aber schon weniger harmonisches Colo-rit. Man wirft den niederländischen und holländischenMalerschulen vor, daß verschiedene ihrer Mitglieder dieallcrniedrigstcn Scenen in der Natur, Vorfälle aus denniedern Ständen gemalt haben, als Schenken, Saufge-lage, Tabagien, Kirmessen, Macketenderzelte, Wachstu-be» und dergleichen, wodurch sich unter den Niederländernbesonders die beyden Teiniers, und unter den Heilän-dern Peter von Laer ausgezeichnet haben; letzterer be-kam sogar den Beynamen Bamboccio, von seinen un-edel», grotesken Figuren. Indessen finden sie bey den Hol-ländern großen Beyfall.-

Uebri-