§44 Manufaktur.
Kriegskunst. Th. II. S. 522. Neuerlichst muß mansich aber doch von der Zweckmäßigkeit der Mäntel für dieSoldaten überzeugt haben, weil sie bey allen Heeren wiedereingeführt worden sind; dies war auch um so nöthiger, dadie Soldaten häufig unter freyem Himmel bivouakicen müs-sen. S. Pallium.
Manufaktur. Unter Manufakturen versteht man «igentlichnur diejenigen Bearbeitungen, die blos mit der Hand, oh-ne Feuer und Hammer geschehen. Wo aber mit Hammerund Feuer gearbeitet wird, das ist eine Fabrik. DieserUnterschied, der auf die ursprüngliche Bedeutung der Wor-te gegründet ist, wird im gemeinen Leben selten beobachtet.Zu den Manufactucarbeiien gehöre» beynahe alle Waaren,die aus dem Thier- und Pflanzenreiche bereiter werden.In einer Manufaktur werden, sowie in einer Fabrik, alleArbeiten inS Große durch viele Hände verrichtet; indem einArbeiter dem andern vorarbeitet.
Durch Niederländer wurde im 16. Jahrhundert eineBarchent» Manufaktur in Meiningen angelegt, von wosie im »7ten Jahrhundert nach Suhl kam. JobannSchicbler meldet im I. 1669, daß schon vordem;asährigen Kriege Barchent in Suhl gemacht worden sey,iveil aber i6z4 die deshalb in Suhl errichtete Fäcbcrey ab-brannte, so hätten die Meininger dieses Gewerbe an sichgezogen. Journal für Fabrik. i8oz. Jun.S. 4ZY.
In Erfurt legte Herr Wüstemann 1722 eineDandmanufactuc an, davon nachher mehrere daselbst ent-standen. Andreas Carl Täschner legte um 1750den ersten Grund zu einer zweyten Manufaktur in Erfurtund ließ SergeS de B.rry, Bercans, Kamlotts, Pvle-mittas und feine Tücher verfertigen.
Eine Chenillen - Manufaktur hat in Berlin Konra-di errichtet. Außer den Webern derselben verrichten alleandern Arbeiten dabey gewöhnlich Frauenzimmer. Ja-kobson Tech nol. Wörterbuch. Th. I. S. züz.