Schachspiel.
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Ueber die Erfindung des Schachspiels sind eine MengeMuthmaßungen vorhanden, die ich erst anführen unddann die wahrscheinlichste Meynung vortragen will.
Jacobson meynt, es sey aus dem Damendrctspielentstanden und sey nur eine Verfeinerung desselben.
Einige setzen das Alter dieses Sviels in die Zeiten deZTrojanischen Kriegsund machenden Palamedes zumErfinder desselben; auch sollen Homer, der den Ajaxmit dem Protesilaus in Gegcnwarl des UlyssesSchack spielen laßt, ferner Herodot und Euripi-des in seiner Jphigcnia desselben gedenken. AlleinPalamedes erfand wohl vor Troja ein Spiel, damitdie Soldaten nicht auf Meuterer) denken mochten, aberman halt es mehr für ein Würfelspiel und nicht für dasSchachspiel. *
Die Römer hatten ein Spiel, -das wohl mit demSchachspiel einige Ähnlichkeit haben konnte, aber dochkeinesweges das jetzige Schachspiel war. Es führte denNamen lerclus latrunculorum, welches Einige durch Rau-berspiel übersetzt haben, es heißt aber Soldatcnspiel;denn latl-nnmUus kommt her von SLl-v»^, k.llrm-
lus, miles. Zur Zeit des Ennius und Plautushiess Istrocinari so viel als rnilrtare und latmciniunr soviel als inilitia oder inilitLZ, Soldaten. 2 Es wurdemit zo Steinen, welche sie^ latroneZ, milites, oderSoldaten nannten, und zwar mit lZ schwarzen undeben so viel weißen Steinen gespielt. Wer nun des An-dern seine Soldaten und ihren Anführer, der rex ge-nannt wurde, gefangen nehmen konnte, der hatte dasSpiel gewonnen. ^ Die Figuren dazu waren vonGold, Silber, Crystall oder Glas, und das Spiel willman für eine Abbildung des Kriegs halten. *
Andere behaupten, der Philosoph Serses, oin Mi-nister des babylonischen Königes Ammolin, habe dasSchachspiel um das Jahr 3635 n. E. d. W. erfunden,
theils