Schauspiel.
Die ältesten römischen Trauerspiele, die wir noch übrighaben, sind die des L. AnnausSeneca, die gewißnicht alle ihm angedichtet sind, wenigstens eignet manihm darunter die Medea, den Hippolytus und dieTroades zu. Spurius Carvilius führte bey denRömern zuerst die vom Call ras erfundene Art derTragödie ein, welche Oi^iminatics genannt wurde.Der beste Schuspieler der Römer in Tragödien warClodius Aesopuö, der im siebenten Jahrhundertnach Roms Erb. zur Zeit des Cicero lebte, und beydem auch Cicero lernte.
Ohngefahr ron Jahre vor Christi Geburt hatten dieZuden einen dramatischen Dichter, Namens Ezechiel,den man für einen v.n den 70 Dollmetschern hält.Er schrieb ein verloren gegangenes Trauerspiel in grie-chischer Sprache von dem Ausgange der Jsraeliten auSEgypten.
Bey den neuern abendländischen Völkern finden sich,wie Henault meldet, schon vom Jahr n6c> Spu-ren von dramatischen Schauspielen; 2s und Masselerzählt, haß ein gewisser Albertino Mussatoaus Padua, der im Jahr rzsy in einem sehr hohenAlter starb, zwey Trauerspiele in der Manier des Ge-ne ca geschrieben habe, die einige Regelmäßigkeit ge-habt haben sollen. Es ist also nicht gegründet, wennFabricius ^ behauptet, daß J o h. Geo. Tri ssin oin Italien zuerst dramatische Stücke verfertiget habe,denn dieser lebte erst im röten Jahrhundert.
In Frankreich hat man den Stephan Jod ekleaus Paris, geb. 1532, gest. 157.;» für den ersten tra-gischen Dichter der Franzosen gehalten, welches abernicht seyn kann, weil in Frankreich schon vor ihmUebersetzungen der Jphigenia, der Hekuba, der Elec-tra u.. a. m. herausgekommen sind; 3r indessen schreibtman doch dem Jodelle das Verdienst zu, daß er in
Frank-