r?6 Schauspiel.
Frankreich zuerst die Tragödie und Komödie in die«lteForm brachte. ^ Dem ohngeachtet blieb die Schau»bühne bis in's vorige Jahrhundert fast durchgehend?sehr barbarisch. Scaliger ^ meldet, die dramati-scheu Schauspiele seyen im r6ten Jahrhundert in Frank-reich «och mit so schlechten Anstalten aufgeführt wor-den, daß die Schaubühne ganz blos gewesen. Wernicht mehr unter den redenden Personen stand, wurdefür abwesend gehalten. Den guten Geschmack in Auf-führung der Stücke erhielt Frankreich aus Italien, undder Cardinal Richelieu war der erste Beförderer dessel-ben. Die übrigen Nationen bildeten sich nach FrankreichsBeyspiel. Richelieu trug dem Abt D'Aubignac auf,die ganze Materie von Ausführung der Schauspiele ausden Schriften der Alten zusammen zu tragen, und hätteRichelieu langer gelebt, so würde Frankreich viel-leicht die Schauspiele in der Größe und Pracht wiedergesehen haben, die sie in Athen und Rom gehabt hal-len z aber rr starb, ehe der Abt sein Werk vollendenkonnte, welches hernach unter dem Titel la Ui-stigusän PUeätre herauskam. Unsere Schauspiele habenbey weitem noch nicht die Vollkommenheiten der Alten,unsere Dichter sind weit hinter den Griechen zurückge-trieben und unsere Theater sind nur Raritatcnkasteirgegen die griechischen Schaubühnen.
Peter Corneille (s- 1684) verbesserte in Frank-reich das Trauerspiel, worin sich nach ihm JohannRacine (s- 1699) hervorthat, welcher der Urheberdes ersten parodirten Trauerspiels, der Andrvmache, war,welches unter dem Titel solle yoerells 1667 er-schien.
In England that sich Will. Schakspeare (-f-l6t6) im Trauerspiel besonders hervor.
Unter den Teutschen haben Andreas GryphiuS,geb. zu Glogau 1616 gest. 1664 und Daniel Cas-par von Lohenstein zuerst Trauerspiele geschrieben.
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