Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
192
JPEG-Download
 

Schauspiel.

denen Zwischen - und Nachspiele, welche Grvdien ge-nannt wurden. Diese bildeten sich aus der oben ge«dachten Satyrs oder Sature, die zwar nach der Er-scheinung der Stücke des Livius Andren icus einigeZeit verschwand, aber doch bald wieder unter denrNamen Erodien zum Vorschein kam. Nach demJu-vcnal enthielten die Erodien allerhand Possen undnach dem Suetoniuswaren sie voll Spöttercyund Satyrs, sogar über die römischen Kaiser; auch wa-ren die Erodien mit allerhand Liedern untermischt.Aus dem Suetonius erhellet, daß dieses Schauspielunter den Kaisern aufhörte national zu seyn, und nichtmehr von den jungen Römern, sondern von ordentli-chen Schauspielern ausgeführt wurde.

Her ödes führte die Schauspiele nach römischem Ge-schmack unter den Juden ein, und ließ zu Jerusalemein Theater bauen.

Bon dem ersten Anfange der neuen Komödie weißman nichts Gewisses. Mau vermuthet, daß sich ent-weder in Italien etwas von der römischen Komödiedurch alle Jahrhunderte der mittleren Zeit erhalte»und daß sich mit Verbesserung des Geschmacks die Ko-mödie wieder der alten Form genähert habe, oder daßsie bey einigen iieueren^Völkern ohne Nachahmung,wie etwa bey den Griechen, entstanden sey.

Bey den christlichen Völkern war die Komödie an-fänglich ebenfalls mit der Religion verbunden, den»in den ältesten christlichen Schauspielen wurden bibli-sche Geschichten oder das Leben der Heiligen aufge-führt. Anfangs fanden die Schauspiele bey denChristen Widerspruch. Tertullian war der Ersteunter! den Ehristcn, der im 2ten Jahrhundert ei»Buchgegen das Drama schrieb. Im Jahr zoZwurde auf der Kirchenversammlung zu Elvira sogardas Verdammungsurtheik über die Schaubühne gespro-chen.