Sehrohr. Seide. Seidenbaum. Seidenwurm. z6z
Sehrohr. Ein Sehrohr, daß dein Auge eben die Diensteleistet, wie das Höhrrohr dein Ohre, erfand ein sech-zigjähriger Mann, der sein blödes Gesicht damit unter-stützte. Er nahm Fernrohren von beträchtlicher Weite,that die Gläser heraus, und setzte in die Ocffnungentrichterförmige Röhren von Eorduan, die er inwendigschwarz färbte, daß sie keine Heilung gaben. Durchein solches Rohr konnte er den klarsten Druck ohneBeschwerde lesen. Vergl. Fernglas. LichtcnbergsMagazin. 1781- r- B. i. St. S. 95. 96.
Seide. Seidenbaum. Seidenwurm. Die Seide ist
ein zarter Faden, der von dem Seidcnwurm, oder voneiner Raupe gesponnen wird, die in China und Indieneinheimisch ist, und sich zuletzt in eine Art von Nacht-vogel verwandelt. Das Gehäuse, welches diese Raupeum sich her spinnt, wird der Balg oder Cocon genannt,von dem der zarte Faden durch Kunst abgewickelt, dannbeieitet und verarbeitet wird. Die rohe Seide bestehtalso aus den länglichrunden Balgen oder Cocons, dieso groß wie ein Taubeney sind, weiß, gelb oder grün-lich aussehen und in deren Innerem die Puppe desSeidenwurms liegt.
Mehrere Schriftsteller melden zwar, daß ein Frauen-zimmer, Namens Pamphilia, eine Tochter des La-tous, auf der Insel Ccus, Coa oder Cvs, die dasVaterland des Hipp ocratcs war, die Kunst, die Co-cons abzuhaspeln, die Seide zu spinnen und zu we-ben, erfunden haben soll, * und es kann auch zugegebenwerden, daß der Seidenbau von den Bewohnern desInsel Cos frühzeitig betrieben worden ist; aber ein-stimmigeren und glaubwürdigen Nachrichten zufolge istder Seidenbau eine Erfindung der Chinescr, in derenLande der Seidcnwurm einheimisch ist und noch jetztin seinem Narurstande oder in der Wildniß, ohne Pfle-ge von Menschenhänden« lebend angetroffen wird. Dich
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