Z6z Seide. Scidcnbaum. Sei'oenwurnu
In England ließ Jacob l. zuerst Seidenmanufak-luren anlegen, Maulbeerbäume pflanzen und Seiden-wärmer ziehen.
In dem Augsburgischen Steuerregister kommt schonIm Jahr 1490 eine Seidenspinnerin vor. ^ Indes-sen kam die Scidenwirkerey doch erst hauptsächlichdurch die französischen Flüchtlinge nach Teutschland, da-her auch die meisten Kunstwörter französisch find. DerSeidenbau nahm erst in der Mitte des vorigen Jahr-hunderts in Tcutschland seinen Anfang.
Herr Chaussier hat ein Mittel erfunden, die Pup-pen in den Cocons zu todten, welches man für daswohlfeilste und beste halt. Man legt in ein Faß zwi-schen zehn Reihen Coccons ein durch Terpentinöl gezo-genes Papier, deckt das Faß zu, und nach zwölf Stun-den sind die Puppen todt. ^ ^ Herr L 0 renz Am 0 rt ent-deckte eine ebenfalls leichte Art, die Puppen zu todten.Er laßt Kampfer in Weinessig zergehen und diesen inder Stube, wo die Puppen getödtct werden sollen,auf Kohlen verdunsten, wodurch die Puppen sterben. "
Herr Sestini in Toscana hat folgendes Verfahrenbekannt gemacht, die Seidenwürmer zu der Zeit, woes noch keine frische Maulbccrdlätter giebt, zu erhalten.Man nimmt Maulbeerblättcr und kocht einen Ertractdaraus, füllt ihn in eine Boutcille mit einem langenHalse und gießt oben etwas Del drauf, damit er sichgut hält. Hernach nimmt man andere Maulbeerblät-1er, die erst im Herbst getrieben wurden, und laßt sieauf dem Boden unter dem Dache des Hauses austrock-nen. Wenn nun die Seidenwürmer im März oderApril auskricchen, nimmt man kochendes Wasser Undtaucht die getrockneten Blätter eine Minute lang hin-ein, wodurch sie grün und zart werden, als ob sie erstfrisch abgebrochen wären, und also schon zur Nahrungder Seidenwürmer geschickt scheinen. Um ihnen aber
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