Seide. Scidenbaum. Seidenwurni. 36/
und Dou aus Valencia wieder auf diese Methode ge§kommen. ^
Herr Le Bon, erster Präsident in der Nechnungs-Kammcr zu Montpellier, erfand im Jahre 1710 dieKunst, aus dem Gewebe der Spinnen die schönsteSeide zu spinnen, solche zu färben und Strümpfe,Handschuhe und Westen daraus weben zu lassen, undwurde also der Entdecker einer neuen Art Seide, näm-lich der Spinnenseidc. Er ließ dem König LudwigXIV. eine Weste und der königlichen Gesellschaft derWissenschaften ein Paar Strümpfe von solcher Spin-nenseide verfertigen. Die Strümpfe wogen 2^ Unze.Dreyzehn Unzen Spinnengcwebe geben vier Unzen reineSeide und sechs Quentchen solcher Seide geben einPaar Handschuh. ^ Hausen, Professor der Mathe-matik zu Leipzig, brachte von seinen Reisen ein PaarHandschuhe von Spinnenwcbenseide fsir-den König vonPohlen, August den zweyten, mit.
Seit dem Jahre' 7730 hat man in Frankreich igoneue Arten seidener Stoffe erfunden und darunter sindioc> von des Herrn Galant! er Erfindung.
Herr Raoul, Parlcmentsrath von Bourdcanr, undHerr von Reaumur entdeckten, daß die Raupen aufden Fichtenbaumen eine sehr feste und ziemlich häufigeSeide geben. "
Die Kunst, die Seide von ihrem Firniß, ohne Seife,mit Soude zu reinigen, erfand Rigaut von St. Quin-tin, der auch den von der Akademie zu Lion 176!darauf gesetzten Preist erhielt. "
In der königlichen Sammetfabrik des Herrn Perronzu Paris hat man seidene Stoffe zu machen erfunden,davon eine jede Seite eine andere Farbe hat. "