Serge de Nime. Serpentindrechslerkunst. 379
Serge de Nime, ein geköperter Zeug, der mit schrä-gen Kreuzfaden durchschnitten ist, >und zu dessen Kettedie feinste und längste Wolle von, Rücken und Baucheausgesucht wird, und der auf beyden Seiten getragenwerden kann, ist eine neuere Erfindung Berlins.
Serpentmster'n, Schlangenstein, ist der Opiates der Al-ten. Das Alter der Erfindung und Bearbeitung desSerpcntinstcins scheint sehr hoch zu reichen und in dieZeiten der alten Teutschen, vielleicht in's siebente oderachte Jahrhundert zu fallen, weil es verschiedene so-genannte Donnerkeile und alte Streitäxte giebt, die hinund wieder in Sachsen gefunden und aus einem Ser-pentinstein verfertiget sind, der mit dem gegenwärtigenZöblitzer Serpentin in Allem übereinkommt. Der Na-me des Steins scheint aus dem Italienischen zu kom-men, weil er in vorigen Zeiten und noch jetzt in Ita-lien Serpentin«) genannt wird, und dieß ist eigentlichdie Dollmetschung von Opliitos. 1 Der ZöblitzerSerpentmstein wurde von einem gewissen JustusRabe 1546 entdeckt. 2
I. Wittenbergisches Wochenblatt. 1771. IV. B. 35- St. S.
288. 2. Jacobson Technol. Wörterbuch. IV. S. 116.
Serpentindrechslerkunst ist die Kunst, aus Serpentin-stein allerley Gefäße und Geräthe zu drehen. DieGelegenheit zu dieser Kunst gab 1580 MatthiasBrandet, ein Bursche des damaligen sächsischen Ser-pentin - Jnspectors Christoph Jltgen. Brändelhatte nämlich viele solche Steine zusammengesucht undallerley Figuren daraus geschnitzt, daher denn sein Herrden Anfang zu dieser Arbeit machte, unter dessen Auf-sicht es Brändel ziemlich weil brachte. Anfänglichhat man nur grobe Arbeit gemacht, und Trinkgeschirremit der Pille gearbeitet; aber im Jahr ,614 erfandMichael Baßlcr das Drehen des Serpcntinsteins,worin nachher Bartel Börnel es allen Andern zu-vor-