Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
384
JPEG-Download
 

384

Sieden.

platzen und einen sichtbaren Dampf geben. Das Was-ser und Weingeist in luftleeren Gefäßen bey sehr ge-ringer Wärme kochen, hat Papin, wahrscheinlich umdas Jahr 167z, zuerst r durch Versuche gezeigt. ImJahr 1702 fand Amontons bey seinen Versuchen,dem Thermometer feste Punkte zu geben, den Sied-punkt des Wassers in offenen Gefäßen bestimmt undunveränderlich. Er bewies sogar diese Beständigkeitdurch eigne Versucht und machte ein großes Wunderdaraus, daß das Wasser, wenn es einmal siede, nichtheißer werde. Allein Fahrenheit^ bemerkte schon1724 an seinen Quecksilberthermometern, daß der Druckder Luft eine» sehr merklichen Einfluß auf den Gradder Wärme des siedenden Wassers habe. Er zeigtdieses durch eine Art von Masserthermometer, welches,in kochendes Wasser gesetzt, viel höher steht, wenn dasBarometer einen hohen Stand hat. Daß auf hohenBergen, wo die Luft dünner ist, das Wasser eher sie-det und weniger Hitze annimmt, als in der Ebne amFuße des Berges, bewiesen Le Monnier 1739 undNachher Secondat dc Montesguieux, besondersaber Herr De LücimJahr 1762. ^ Aristoteles*bemerkt schon, daß man ein dünnes Gefäß mit kochen-dem Wasser vom Feuer wegnehmen und am Boden mitder Hand angreifen könne, ohne sich zu verbrennen.Die einmal thätig gewordene Anziehung des WasserSgegen den Wärmestoff wirkt nämlich noch eine Zeitlang fort, so daß die Verdampfung nicht plötzlich auf-hören kann; weil aber von außen kein Feuer mehrhinzukommt, so wird zu dieser Verdampfung dasjenigernit verwendet, was sich vorher im Boden des Gesäßes,als freye Wärme, aufhielt. Sobald aber das Kochenaufhört, wird der Boden wieder heiß.

1. dtouveller expörisneer äu vuicls. karis. 1674.

8. kiul. Irin-sct. »um. 33S, x. 17S. S, Gehler Phy-

sikal.