Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
498
JPEG-Download
 

498

Stahl.

Bayle hi'st. kritisches Wörterbuch. 1743. P. 93. SS. s.

4. Licero äs nst. Oeor. I.ik. I. c»x. L5.

Stahl ist ein gereinigtes, durch alkalische, ölige Salzederb, dicht und spröde gemachtes Eisen, welches theilsdurch Ausschmclzung dazu dienlicher Stahlsteinc, theilsdurch künstliche Cementirung aus gutem Eisen in ver-schlossenen Kasten bereitet wird. Die erste Art, Stahl zuzu machen, wurde zufälligerweise auf den Eisenhammernerfunden; man zog nämlich aus dem geschmolzenen Ei-sen die unreine Glasschlacke heraus, wodurch das Eisenseinen natürlichen Schwefel verlor und immer zäherwurde. Die künstliche Art, den Stahl durch Cement,'-rung zri bereiten, besteht darin, daß man einen auSSandstein gehauenen Kasten nimmt, und zwischen Schich»ten von Kohlcngestübbe die Eisenstäbe, so, daß sie sicheinander nicht berühren, hineinlegt. Die oberste Schichtdes Kohlengestübbes wird mit Sand bedeckt, und so wirdder Kasten in den Ofen gebracht, wo man das Feuer 5bis 6 Tage unterhalt. Dann wird der Ofen aufgerissen,die Kohlen weggestoßen, und nun laßt man den Stahleine Woche lang auskühlen; endlich wird dieser Stahlin vierkantige Stäbe, die 7 bis g Linien stark sind, aus-gehämmert, die man nicht im Wasser ablöscht, sondernan der Lust erkalten läßt. Man schreibt die ErfindungdeS Stahls den Chalyben zu, daher auch der Stahl denNamen Oiralvks bekam. Wenigstens erhielten die Grie-chen den Stahl, den sie verbrauchten, aus dem Landeder Chalyben, eines Volks in Cappadocien; * dochmeynen Andere, die Griechen hätten ihren Stahl ausGaliicien in Spanien, aus der Gegend des Flusses Cabe^der sonst Chalybs hieß, erhalten. ^ Bekannt ist es»daß die Celtiberier, alte Bewohner von Spanien, dasEisen so zu härten verstanden, daß kein Schild undHelm dagegen aushalten konnre. 3 Die Athenienserbrauchten ebenfalls Stahl zu Degenklingen und Waffen. *Die leichte Mühe, mit der die Alken den Porphyr zu be-

arbei«