Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Tanzkunst.

tistrophe: beydes geschah ununterbrochen und nur eineinziges Mal. Stesicborus, sonst T isi a s genannt,führte zwischen der Strophe und Antistrophe die Epodeein, das ist, eine Pause im Tanz, in weicher der Theildes CborS vor der Bildsäule einen dritten Satz anstimm-te. 34'

Cleophantes, Thebanus und Aefchylus ha-ben auch viele Tanzarten erfunden, die man, wie Athe-naus meldet, nannte, woraus vielleicht das

französische Wort liniier und daö italienische li -iiv ent-stand. Einen besondern Tanz, Namens Lolesias, be-schreibt Martialis. 35

Plato theilte die Tanzkunst in die Orchestik, zuwelcher er die Tanze rechnet, die gelassen, sanft und vollmusikalischer Harmonie sind, wie man sie bey Hochzeiten,Gastmahlen und beym Gottesdienste brauchte; und in diePalästrik ein, welche die heftigen, gewaltsamen undmühsamen Tanze begriff, die auf der Schaubühne undin der Rennbahn gebräuchlich waren.

DerPythagoraer Memphis drückte die PythagorischePhilosophie, die hauptsächlich ihren Verehrern erst einmehrjähriges Stillschweigen auflegte, durch einen Tanzschöner aus, als man es durch Worte hätte thun kön-j rien. 36

.Bey den Römern hatte schon Romulns die 8alinsI^Iartis, oder die Priester des Kriegsgottes Mars, einge-führt, die im Monat März einen Kriegstanz tanzten, 37der aber im Grunde nur ein sigurirter Gang war, wobeysie mit den Dolchen auf die Schilde schlugen; der Erfin-der dieses Tanzes war Arcas Salius. 38 Anderemeynen aber, daß erst unter dem Nu m a Pvmpiliusder Salische Tanz aufgekommen sey, indem Numa selbstunter den Patriciern zwölf Jünglinge auslas, die diezwölf Schilde bewahrten, unter denen auch derjenigewar, der nach des Numa Vorgeben vom Himmel gefal-len war und von dem die Erhaltung des römischen Reichs

ab-