70
Thermometer.
England besannt wurde. Es gründet sich auf die Aus«dehnung bereust und ist sehr empfindlich, aber unrich-tig, weil es zugleich ein Barometer ist. i Dem Eng-länder Robert Fludd hat man diese Erfindung wohlnur deswegen zugeeignet, weil er in seinen schwärmeri-schen Schriften viel Seltsames vom Thermometer er-zählte.
Der berühmte padyanische Arzt Sanctorius erklärtsich zwar selbst für den Erfinder eines Werkzeugs, daSzur Erforschung der verschiedenen Temperatur des Kör-pers der Kranken diene; aber Musschenbroek erinnertdagegen, daß dieses Instrument auswärtig nicht bekanntworden sey, daher sich die frühe Verbreitung des Ther-mometers durch England und Holland aus dieser Quellenicht herschreiben könne. Viviani schreibt eben dieseErfindung dem Galilaus (geb. zuPi'sa 1564, s 1642)und P. Fulgenzio schreibt sie dem großen venetiani-schen Theologen Paul Sarpi zu, der auch FraPaolo heißt; aber Keiner hat Grund dazu.
Drebbels Thermometer gab die Warme durch Aus-dehnung der Lust an; in dem Gefäße befindet sich ge-meines Wasser mit Scheidewasser vermischt, damit esnicht so bald gefrieret. Da aber der Druck des Luftkrei-ses darauf wirkt: so zeigt es die Wärme nicht allein,sondern auch die Dichte der eingeschlossenen Lust an,wie das Darignonische Manometer thut.
Florentinisches Thermometer.
Die Mitglieder der Akademie del Cimento zu Flo-renz fiengen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts,nach Andern 167z, zuerst an, die Kugeln mit gefärbtemWeingeist zu füllen, und die Röhre oben zuzuschmclzen, ^woraus das fiorenkinische Thermometer entstand, welchesdie Veränderungen der Wärme durch die Ausdehnung desWeingeigs angiebt» Man konnte aber mehrere Thermo-meter