Turnier.
seyn; er durfte Wittwen und Waysen nicht beralibtoder unterdrückt, nicht treulos wider Eid, HandschriftUnd Siegel gehandelt haben, er durfte kein unedlesWeib haben, kein Ehebrecher seyn, nicht ohne Nothin der Stadt wohnen, noch bürgerliches Gewerbe oderHandel treiben.
Man kann vorzüglich zwey Hauptursachen angeben»warum die Turniere im i6ten Jahrhundert, beson-ders in Deutschland, ein Ende nahmen. Es war einLurnierartikel, daß Keiner zugelassen werden sollte, dereinige Neuerung in der Religion ansienge. Da nundie Reformation Luthers iziy ihren Anfang nahm»und ein großer Theil des Adels sich auf Luthers Sei-te schlug: so wurden die Turniere absichtlich gemie-den. Zudem kamen auch Büchsen und Kanonen auf»wodurch die persönliche Tapferkeit Vieles von ihremsonstigen Ansehen verlor. Endlich waren auch in denTurnieren viele verunglückt, welches allmählich Abscheuvor diesen Spielen verursachte. Schon 12z? auf dentTurnier zu Nürnberg wurde Pfalzgraf Ludwig, Svhitdes Churfürsten Ludwig des Strengen, von einemGrafen von Hohenlvbe» ferner igi6 zu Basel einGraf von Katze nellenbogcn von dem Ritter vonHolweil, auch Markgraf Johann von Branden-burg Und Herzog Primislaus zu Mecklenburg aufTurnieren getödtet. Auch kamen die Franken und Hes-sen auf dem 2Zstcn Turnier zu Darmstadt 1408 sosehr zusammen, daß 17 Franken und 9 Hessen ge-tödtet wurden.
Einige meynen, daß schon 1487 das letzte Tur-nier zu Worms gehalten worden sey, welches jedochzu bezweifeln ist, und nicht ein Mal von Deutschlandgelten kann, weil 1644 noch ein Turnier zu Badengehalten wurde.
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