Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
Seite
187
JPEG-Download
 

BenuS.

187

ren Laufs verstanden werden kann, und da sich Pytha-g 0 ras lange in Egypten aufhielt: so konnte er daselbstgelernt haben, daß der Morgen- und Abendstern nur einStern sey. Tournefort hat die Stelle des Pli-nius mißverstanden, wenn er daraus schloß, daß Py-thagoras die Venus zuerst entdeckt habe; denn diesenStern kannte man lange vor des Pythag 0 ras Zeit.

Schon die alten Astronomen schloffen aus ihren Beob-achtungen, daß die Venus beständig um die Sonne lau-fe, und die späteren Astronomen entdeckten, daß die Ve-nus zu den untern Planeten gehöre, welche der Sonnemäker, als die Erde, sind, und deren Bahnen von derErdbahn umschlossen werden. Sie ist, von der Sonneaus gerechnet, der zweyte Planet.

Da die Venus innerhalb der Erdbahn um die Sonneläuft, so muß sie ihre gegen die Sonne gekehrte Hälftebald ganz, bald nur zum Theil gegen uns kehren, baldganz von uns abwenden. Ist sie also ein dunkler Kör-per, so muß sie bald mit vollem Lichte, bald nur zumTheil, oval oder sichelförmig, erscheinen, bald ganz dun-kel aussehen, mit einem Worte, sie muß ihre Phasenhaben oder ab- und zunehmen, wie der Mond. Dießmuthmaßete schon Eopernikus, und der Astronom Si-mon Marius von Gunzenhausen entdeckte 1609,vermittelst des niederländischen, neuerfundenen Fern-rohrs, wirklich die Phasen der Venus, wie er selbst inder Zuschrift zu seiner Practika vom Jahr 1612 erzählt,daher die Nachricht, daß Galilei durch sein Fernrohrdas volle, wachsende und abnehmende Licht her Venus,mithin die Phasen der Venus, entdeckt habe, noch zubezweifeln ist. *

Im Jahr 1666 entdeckte der ältere Cassini in derVenus Flecken, aus deren Bewegung er auf die Unidre-hung der Venus um ihre Are schloß und diese Umdre-hungszeit auf 24 Stunden setzte. ^ Bianchini, der

diese