Waid.
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Provinzen Frankreichs, wild, aber in Deutschland undandern Landern wird er mit Fleiß gebaut. * Er wirdauf ein lockeres, gut gedüngtes, nicht feuchtes Erdreichim Frühjahr oder Herbst gesact, wenn er aufgegangenist, gejätet und behackt, und wenn die Blätter anfangengelb zu werden, stößt man sie mit dem Waideisen in ei-nem Sommer wohl drey bis vier Mal ab; dann werdensie gewaschen, getrocknet, in der Waidmühle gemahlen,zu Kugeln geformt und getrocknet. Diese Bälle dienenzu den Blauküpen der Färber. Durch Gahrung und ge-hörige Behandlung kann man aus den Waidblattcrn einefeste dem Indigo ähnliche Farbe herausziehen. InDeutschland ist der Waid schon seit vielen Jahrhunderten,wenigstens gewiß schon im zehnten Jahrhundert, zur Fär-berey gebraucht und zu dem Ende vornehmlich in Thürin-gen mit dem größten Vortheile gebaut worden. Um Er-furt war diese Cultur bereits im i z. Jahrhundert allge-mein, so daß die Erfurter im Jahr 1290 auf den Plä-tzen der von ihnen zerstörten Naubschlösser Waid aus-streuten, zum Andenken, daß Erfurter da gewesen wa-ren. Im Jahr 1616 wurde noch in Zoo thüringischenDörfernWaid gebaut, woraus man zusammen drey Ton-nen Goldes lösete. Die letzte Zurichtung des gewonne-nen und geballten Waids war cin Stadtgewerb und ward,so wie der Handel mit dieser Waare, vornehmlich in Er-furt, Gotha, Langensalza, Tennstädt und Arnstadt ge-trieben, welche Oerter die fünf WaidhandelSstadte ge-nannt wurden. ^ Herr Joh. Fried. Otto in Go-tha hat 1788 entdeckt, daß der deutsche Waid blos eineLurch Cultur verbesserte wilde Pflanze des französischenWaids sey, von welcher die rechte zahme Waidpflanze,die bey uns weder gehörig bekannt, noch gebaut wordenist, in manchen Stücken wesentlich abweicht. Sie wirdin Frankreich gebaut und der unsrigen, die man ebenfallsdaselbst kennt, weit vorgezogen.
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